Kindertagesstätte
Kindertagesstätte der Bartholomäusgemeinde:
Anschrift:
Evangelische Kindertagesstätte der Bartholomäusgemeinde
Steiler Berg 4, 06114 Halle ( Saale )
Telefon / Fax:
0345 – 5232009
Kontakt über:
Frau Renate Grötzsch ( Leiterin )
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Träger der Einrichtung:
Villa Jühling gemeinnützige evangelische Familienservice GmbH
Semmelweisstraße 6, 06120 Halle
Tel.: 0345-5 50 85 57
Fax: 0345-5 50 85 98
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Internet: www.villajuehling.de
Amtsgericht Stendal § HRB 8251, Geschäftsführerin: Dorothee Fischer, Ust-IdNr. DE 110/108/90316
Die Bartholomäusgemeinde ist Mitgesellschafter der Villa Jühling Familienservice GmbH.
Steckbrief:
Kapazität: 38 – 42 Plätze
Betreuungsalter: ab 1 Jahr bis Schuleintritt
pädagogisches Personal: 5 staatlich anerkannte Erzieherinnen
Öffnungszeiten: täglich von 6.30 Uhr bis 17 Uhr
Betriebsferien: 3 Wochen in den Sommerferien und zwischen Weihnachten und Neujahr
Lage und Umfeld:
Die Einrichtung liegt in der Nähe zur Saale, zum Lehmanns Felsen und zum Reichardts Garten, Wir sind mit der Straßenbahn gut zu erreichen.
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Geschichte und Profilentwicklung:
Unsere Kindertagesstätte der Bartholomäusgemeinde in Halle an der Saale kann auf eine lange Entwicklung in Steiler Berg 3 ( heute 4, früher Königsberg 3 ) zurückblicken. Im Jahr 1871 wird eine ” Kinderbewahranstalt” in den Händen des “Vereins für Errichtung und Unterhaltung einer Kinderbewahranstalt für Giebichenstein” erwähnt. Unter dem Vorsitz des jeweiligen Pfarrers von Giebichenstein wurden die Kinder durch eine “Lehrerin” aus einem Mutterhaus in Halberstadt betreut.
Es folgte eine Anbindung des Kindergartens an Kräfte aus der Diakonieanstalt in Halle. Nun wurde im Juli 1908 die Einrichtung mit 60 – 80 Kindern im Sinne eines christlichen Hauswesens geführt.
Die Arbeit an den Kindern wurde auch in schweren Zeiten wie dem 1. Weltkrieg, der Inflation und Arbeitslosigkeit ( schwierige Ernährungs- und Finanzlage ) unter “Heldenmut” fortgesetzt.
Ab 1936 unterstand der Kindergarten mit allen Liegenschaften dem Gemeindekirchenrat der Bartholomäusgemeinde. Eine Zusammenarbeit mit der NS-Frauenschaft wurde abgelehnt und 1941 kam es auf Weisung des Staates zu einer Schließung der Einrichtung. Seit 1945 wurde die Arbeit des Kindergartens wieder aufgenommen. Die Betreuung von 60 Kindern erfolgte zunächst in sehr beengten Verhältnissen, da Flüchtlinge in einigen Räumen untergebracht waren. Nach deren Auszug im Juni 1949 konnten alle Räume wieder benutzt werden.
Nach einigen Schwierigkeiten seitens einer staatlichen Kommission u.a. wegen der “religiösen Übungen” und der politischen Einstellung, einer Beschwerde und Gesprächen des Konsistoriums mit der Landesregierung wurde zum Ausdruck gebracht, dass auf eine christliche Erziehung in den christlichen Kindereinrichtungen nicht verzichtet wird und die Kindergärtnerinnen nicht an politischen Schulungen teilnehmen müssen. Nur fachliche Weiterbildungen seien erforderlich.
Soweit ein kurzer Einblick in die Geschichte bis ca. 1952.
Und die Entwicklung ging weiter, wobei ständig eine familiäre Atmosphäre erhalten blieb. Im Jahre 1996 feierten wir mit einem gelungenen Gemeindefest das 125-jährige Bestehen unseres Kindergartens.
Von einem Kindergarten mit 3 altershomogenen Gruppen mit Kindern ab 3 Jahren über einen Kindergarten mit 2 altersgemischten Gruppen kam es 1996 zur Umwandlung in eine Kindertagesstätte mit Kindern ab 2 Jahren. Nach einigen baulichen Veränderungen konnten auch Kinder ab 6 Monaten aufgenommen werden.
Im Sommer 1998 intensivierten wir die Arbeit an der Entwicklung der pädagogischen Konzeption unserer Einrichtung. Im Oktober 1998 begannen wir durch die Öffnung der Türen und die Gestaltung des gesamten Kindergartens als Spiel- und Lebensraum für die Kinder mit der schrittweisen Umgestaltung in einen offenen Angebotskindergarten.
Seither arbeitet das Team ständig an der Weiterentwicklung der Konzeption, um eine Ausrichtung auf unsere individuelle Situation zu erhalten.
Trotz eines häufigen Mitarbeiterwechsels ( wegen Elternzeit ) hat sich ein eigenes Profil der Arbeit in einer offenen Kindertagesstätte herausgebildet.
Aufgrund unserer Erfahrungen und angeregt durch die Beschäftigung mit dem Bildungsprogramm für Kindereinrichtungen in Sachsen-Anhalt “Bitdung: elementar – Bildung von Anfang an” erlangen wir immer neue Erkenntnisse, die uns zu einem stärkeren und bewussteren Denken in reformpädagogischer Sichtweise führen.
Einige pädagogische Schwerpunkte, die unser Profil erkennen lassen:
• In einer familiären Atmosphäre erfahren die Kinder Geborgenheit und bekommen ein Gefühl der Sicherheit durch einen geregelten Tagesablauf.
• In unserer altersgemischten Gruppe werden die Kinder individuell und liebevoll betreut: Kleinere lernen von den Größeren und Größere helfen den Kleineren.
• Offene Räume für alle Kindergartenkinder ermöglichen viel Zeit und Möglichkeiten zum eigenen Spiel und Ausprobieren. Durch verbindliche Regeln und Absprachen wird auch der Aufenthalt auf dem Spielplatz ohne Erwachsene möglich.
Das fördert die Entwicklung der Selbständigkeit, Phantasie und Kreativität, stärkt das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der Kinder.
• Soziales Lernen im partnerschaftlichen Umgang miteinander: Kinder und Mitarbeiterinnen lernen von-und miteinander.
• Die Erzieherinnen sehen sich als Begleiterinnen, die so wenig wie möglich eingreifen, aber so viel wie nötig unterstützen. Sie begleiten und fördern die (Selbst)-Bildungsprozesse der Kinder. Als Vorraussetzung für eine “offene Arbeit” betrachten wir eine offene Grundhaltung der Erwachsenen den Kindern gegenüber. Offen sein für ihre Bedürfnisse, Wünsche, ihre Entwicklungsstufen, ihre Entfaltungswünsche und ihre Individualität.
• Ein weiterer Schwerpunkt ist die intensive Betreuung und Zuwendung für die kleinsten Kinder, die Förderung ihrer Selbständigkeit und ihre Heranführung an das offene Konzept.
• Beim täglichen Morgenkreis versammeln sich alle Kinder und Mitarbeiterinnen zum Singen, Beten und Hören unter Gottes Wort. Hier und im Tagesablauf erfahren die Kinder von Gottes großer Liebe durch Jesus Christus.
• Eine auf gegenseitiges Vertrauen aufbauende Zusammenarbeit mit den Eltern der Kinder kann ständig erweitert werden. So gibt es z.B.. Möglichkeiten der Mitarbeit bei der Vorbereitung und Gestaltung von Festen, der Eltern-Kind-Nachmittage, bei der Mitwirkung an Projekten, Elternabenden und Arbeitseinsätzen
• Unsere Teamarbeit ist von gegenseitigem Vertrauen, Toleranz untereinander und gegenseitiger Akzeptanz geprägt.
Traditionen und Rituale, die sich herausgebildet haben:
• Mitgestaltung der Familiengottesdienste und Feste in der Kirchengemeinde
• Jährliche Feste mit Kindern, Eltern und Gästen wie Osterfeier, Sommerfest, Herbstspaziergang, Weihnachtsfeier mit Krippenspiel
• Abschlussfahrt der Schulanfänger
• Flötenunterricht im letzten Kindergartenjahr
• Martinsfeier mit der Wittekindschule
• Kinderbibeltage mit den Schulkindern der Gemeinde
• Krippenspiel-Aufführung im Altenkreis der Gemeinde
• Eltern-Kind-Nachmittage und Elternabende
• Englisch mit der Tiger -School
• regelmäßige Besuche in der Kinderbibliothek
Die Anforderungen, die dieses in Anlehnung an die Arbeit im offenen Kindergarten ausgerichtete Konzept, so wie eine erhöhte Kinderzahl und ständige Nachfrage nach Plätzen in unserer Einrichtung mit sich bringen, haben uns besonders an räumliche Grenzen geführt. Die 3 Spielräume reichen nicht mehr aus, um den gewachsenen Anforderungen zu genügen. Ein zunächst angedachter Aus- und Umbau des jetzigen Gebäudes kann u.a.. wegen der schlechten baulichen Substanz nicht durchgeführt werden. Deshalb haben wir uns für einen neuen Standort interessiert, wo wir unsere Ideen und Vorhaben besser verwirklichen können. Außerdem eröffnen sich neue Möglichkeiten , z.B.. eine Erweiterung der Eltern – und Familienarbeit und der Begegnung der Generationen untereinander.
Renate Grötzsch, Leiterin der Kindertagesstätte

