Archiv für die Kategorie „Kultur“

“Des Himmels General” – ein christliches Theaterstück des TZE

GeneralHerzliche Einladung zu einem christlichen Theaterstück des Theater zum Einsteigen vom 22.01. bis 26.01.2011 im Raum Naumburg/Eisenberg/Gera und Umgebung.

Wo?:

Sa. 22.01.11 um 19.30 Uhr – Ratskellersaal Schkölen – 036994/22698

So. 23.01.11 um 17.00 Uhr – Ev.Luth. Kirche Borsdorf bei Leipzig – 034291/86462

Mo. 24.01.11 um 19.30 Uhr – Kath. Pfarrei, Otto-Rothe-Str.43, Gera – 0365/7113509

Di. 25.01.11 um 19.30 Uhr – Stadthalle Eisenberg – 036691/43247

Mi. 26.01.11 um 19.30 Uhr – Baptisten-Gemeinde Zeitz, Tiergartenstr.1 – 036695/20830

Was?:

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“Matthäuspassion” – ein Clownsspiel

Pressephoto_klein_Matthaeuspassion_mit_Clown_Leo_Photo_Matthias_Behne “Matthäuspassion” - ein Clownsspiel ohne Worte mit Musik von J. S. Bach

Die Inszenierung hebt mit dem mimisch-gestischen Spiel des Clowns, dem Spiel ohne Worte und der schlanken Spielweise der beiden Instrumente – Oboe und Cello – das Wesentliche der Passion Jesu hervor. Wie Jesus geht der Clown einen Weg, der die Konstruktionen des menschlichen Verstandes überschreitet. Und beide rühren die Herzen der Menschen an. Dank der Musik von J.S. Bach und seiner eigenen Intension zur Aufführungsweise seiner Matthäuspassion wird diese auszugsweise erklingen. Musik, Gedanken und Bilder verflechten sich in einer neuen Aufführungsweise der ergreifenden Matthäuspassion. – 60 min, mit Clown Leo, Juliane Gilbert (Dresden) – Cello und Thomas Herzog (Berlin) – Oboe

Premiere 12. März 2010, 20.00 Uhr, Laurentiuskirche Halle an der Saale

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Händels Großvater war hier Pfarrer

taust

Viele Untertanen der britischen Queen glauben zwar, dass der Hofkomponist schon mit Themsewasser getauft wurde, um später königliche Gunst für sein geniales Musikschaffen erhalten zu können. Doch der kundige britische Händelliebhaber ist durchaus interessiert an den mitteldeutschen Wurzeln des großen Meisters. In Halle findet man inzwischen auch mehr als Händels Wiege und Taufstein – zum Beispiel Zeugnisse musischer Begabung, die sein Großvater ihm vielleicht in besagte Wiege hineingelegt hat. Ein solches Zeugnis fand man im Turmknopf der Halleschen Bartholomäusgemeinde. Es handelt sich dabei um ein Gedicht von Georg Taust, Großvater Händels und von 1654 – 1685 Pfarrer an der Giebichensteiner Kirche.

Gedicht von Taust, 1661

Als man hier vor drei Jahren den schadhaften Turmknopf herunternahm, fand man in der Kapsel die stark beschädigte und nur noch fragmentarisch lesbare Handschrift des dichtenden Predigers. Aus den lesbaren Teilen entnimmt man eine zeitgemäße Stellungnahme zum Ausgang des 30jährigen Krieges, dem auch die Turmspitze der Bartholomäuskirche zum Opfer fiel. Da ist vom Herzog von Sachsen die Rede, von “des Papstes Wüten” – aber “des Herren Güt und Treu ist alle Morgen neu”. Das Gedicht wurde vermutlich 1661 verfasst, da in diesem Jahr die zerschossene Turmspitze erneuert wurde.

Die Wirren des Krieges führten die Familie Taust aus dem Böhmischen nach Halle, wo Tochter Dorothea von dem verwitweten und deutlich älteren Giebischensteiner Amtsarzt Georg Händel 1683 erwählt wurde. Die Trauung fand in der Bartholomäuskirche statt. Zwei Jahre später wurde Sohn Georg Friedrich geboren. Von dem dichtenden Großvater allerdings kann Händel nicht sehr viel gelernt haben. Georg Taust starb 1685, wenige Monate nach Georg Friedrichs Geburt.

Für Bernd Hofestädt, Vereinschef der Halleschen Familienforscher und selbst mit Händel verwandt, bringt der Fund aus der Turmknopfkapsel der Bartholomäuskirche keine großen Neuigkeiten. Dass die Familie Taust dichterische Begabungen besaß, ist jedenfalls mehrfach belegt. Auch Händels Onkel und Vettern standen zum Teil in kirchlichen Diensten in und bei Halle, waren gebildet und wortgewaltig und pflegten das Schreiben und Rezitieren in Versmaßen, wie Hofestädt herausgefunden hat. Auch von Händel selbst ist ein frühes Gedicht überliefert, das der 12jährige im Schmerz über den Verlust des betagten Vaters verfasst hat. So wird wohl der musischen Begabung der Familie mütterlicherseits ein gewisser Anteil am enormen künstlerischen Schaffen Händels zuzuschreiben sein.

Dass Händel seinen Wurzeln treu blieb, ist für Edwin Werner, Musikwissenschaftler und Direktor des Händelhauses, auch in seiner Musik erkennbar. Hinter den italienischen und englischen Einflüssen ist für das geschulte Ohr immer auch die mitteldeutsche Kantorentradition hörbar, wie sie Händel zeitlebens gepflegt hat.

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Das Jahrtausendding – neuer Turmknopf

knaufDie Vergesslichen haben schon gar nicht mehr daran gedacht, daß etwas fehlt, und die Skeptiker haben fast nicht mehr geglaubt, daß er wieder kommt: der Turmknopf, aufs Dach unseres Kirchturms. Drei Jahre war unsere Kirche sozusagen oben ohne. Doch was lange währt, hat Gold im Mund. Oder außen drauf, oder so ähnlich …

Seit dem 9. Dezember 2000 ist unsere Kirche jedenfalls wieder oben mit, der Turmknopf ist ganz dem Vorgängermodell nachgestaltet, nur dass ihn jetzt auch noch eine hauchdünne Vergoldung ziert. Die Wetterfahne dagegen wiederum völlig neu gestaltet und erhielt neben zwei anderen Jahreszahlen die weithin sichtbare 2000-Stanzung. Der Termin, der diese Eintragung gerade noch legitimierte, war relativ kurzfristig anberaumt, und mit der kalten Jahreszeit und obendrein mitten im Advent für ein Publikumsereignis nicht gerade günstig gewählt. Dennoch traute sich die Gemeindeleitung zu, das ganze als Stadtteilfest zu konzipieren – mit Werbung, Verköstigung und einem bunten Programm.

In den wenigen Wochen Vorbereitung ging den Verantwortlichen dann auf, welche Möglichkeiten sich um die Neugestaltung der Turmspitze rankten: festlicher Abschluss der wesentlichen Bauvorhaben der letzten Jahre an Kirche und Gemeindehaus, feierliche Übergabe eines in der alten Kapsel gefundenen Schriftstücks an das Händelhaus, die Einladung prominenter Vertreter der Stadt in unsere Gemeinde und, als Zugabe, die Freischaltung des Internetauftritts der Gemeinde.

Aber der Reihe nach.

Reinhard Rüger mit dem Gedicht von Georg Taust

reinhardAls 1997 der alte Turmknopf wegen Schäden am Turmdach heruntergenommen wurde, nutzte man natürlich die Gelegenheit, die darin verborgene Dokumentenkapsel zu öffnen. Was da in einer Gemeindekirchenratssitzung zum Vorschein kam, war ein Sammelsurium zeitgeschichtlicher Belege aus mehr als drei Jahrhunderten: Berichte, Gedichte und Münzen. Das Material wurde gründlich gesichtet und man kam relativ bald darauf, dass man neben vielem Interessanten auch etwas durchaus wertvolles in den Händen hielt: ein Gedicht von Georg Taust, dem Großvater Georg Friedrich Händels, von 1654 – 1685 Pfarrer an unserer Kirche.

Die Wirren des Krieges führten die Familie Taust aus dem Böhmischen nach Halle, wo Tochter Dorothea von dem Giebichensteiner Amtsarzt Georg Händel 1683 erwählt wurde. Die Trauung fand in der Bartholomäuskirche statt. Zwei Jahre später wurde Sohn Georg Friedrich geboren. Georg Taust starb 1685, wenige Monate nach Georg Friedrichs Geburt.

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