Schon wieder eine Karwoche und Ostertage unter Corona-Bedingungen. Nun sind wir damit schon ein zweites Jahr belastet und uns fehlen die fröhliche Gemeinschaft, Feste in Gruppen feiern, gemeinsam singen und lachen, das Kirchenkaffee. Aber es entstehen auch neue Ideen und Möglichkeiten, um dieser Frustration entgegen zu wirken, Gemeinschaft und Integration zu fördern und Freude, Staunen und Hoffnung zu wecken.

Die Idee der Verhüllung unserer Kirche wurde auf der Klausur im Februar zuerst bedacht und dann mit vielen verschiedenen Mitwirkenden in die Tat umgesetzt. So haben viele reichlich Stoffe, Nähgarn und Samenbeutelchen gespendet und manche/r hat sogar die fertigen, sechs Meter langen Bahnen abgeliefert. Einige haben in den Stoffbahnen auch die Corona-Belastungen benannt: in Worten, Masken, Taschentüchern. Unser Gemeindesaal wurde zur Nähstube mit ausreichend Abstand umfunktioniert und mit viel Freude und Gespür für Farbe und Gestaltung entstanden die Bahnen. Das Anbringen der Bahnen an den Türen und Fenstern war nochmals eine handwerkliche Herausforderung, aber es ist gelungen. Und problemlos ließen sie sich auch wieder abnehmen.

So haben wir nochmal bewusst machen können, was Ostern wirklich für alle bedeutet: Unsere Sorgen, Ängste, Ungeduld und Frustration an Jesus abgeben hilft – er nimmt sie auf sich und mit ins Grab. Dadurch sind wir erlöst. Die Stille aushalten sowie die momentan nicht möglichen Freiheiten ertragen. Und das Leben – trotz Corona – durch die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus neu feiern. Er ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Er ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!

Damit alle diese frohe Botschaft erfahren können haben sich unsere fleißigen Techniker/innen intensiv bemüht, alles in Wort und Bild festzuhalten und zu streamen. Als Hoffnungszeichen werden die Bahnen vorerst in der Kirche bleiben.

Steffi Seiferlin