Seit vielen Jahren reisen wir nun schon mit unseren Konfirmanden auf den Spuren Martin Luthers. Ausgangspunkt der Reise ist Halle: Ein strategisch günstiger Ort, von dem aus Wittenberg, Eisleben und Mansfeld in der Nähe liegen und wir auch die Wartburg und Erfurt in angemessener Zeit erreichen können. Die Konfirmanden erleben dabei sowohl Gemeinschaft als auch gemeinsame Erlebnisse. Da wir eine lutherische Kirche sind, ist dies eine gute Möglichkeit, den Konfirmanden Wissen und Verständnis für Luther und die Reformation zu vermitteln: Seine Geburt, seine Kindheit, seine Schulzeit und sein Eintritt in das Augustinerkloster. Luthers Priesterweihe und Promotion. Der Beginn und die Bedeutung der Reformation.
Wir haben unschätzbare Hilfe von der St.-Bartholomäus-Gemeinde erhalten, die uns sowohl mit Räumlichkeiten für die Abende als auch mit der Kirche für unsere Andachten unterstützt hat. Im Laufe der Jahre haben wir auch Jugendliche aus der St.-Bartholomäus-Gemeinde kennengelernt, was von unseren Jugendlichen und nicht zuletzt von den Teamern sehr geschätzt wurde. Tagsüber erhielten wir Informationen über die Reformation und ihre zentralen Orte. Die Abende bestanden aus Vorbereitungen auf die Konfirmation und aus Spielen. Das Konzept, das wir für die Abende im Gemeindehaus der St.-Bartholomäus-Gemeinde hatten, war sehr gut. Für die Konfirmanden war es ein echtes Erlebnis, die Orte zu sehen, die Gemeinschaft zu spüren und den Konfirmandeunterricht zu erleben.
Die Reise dauert 5 Tage. Wir treffen uns am ersten Tag um 06:45 Uhr, in der Regel an einem Donnerstag, und fahren von Halmstad über die Brücke nach Dänemark und anschließend zum Fährhafen Gedser. Dort nehmen wir die Fähre nach Rostock und fahren dann etwa 4 Stunden weiter, bis wir schließlich in Halle ankommen, das zudem Händels Geburtsstadt ist.
Am ersten Abend dürfen wir in einem der Räume der Markplatzkirche übernachten, was uns von Pastorin Simone Carsten-Kant vermittelt wurde.
Am zweiten Tag begeben wir uns in Luthers Stadt Wittenberg, wo wir die Schlosskirche besuchen, an deren Tür Luther am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen angeschlagen hat und wo er auch begraben liegt. Wir hören die Geschichte von Friedrich dem Weisen und den Kurfürsten, die Luther beschützten und den Vormarsch der Reformation unterstützten. Wir besuchen auch die Marienkirche, wo Luther Gemeindepfarrer war und wo seine sechs Kinder von Johannes Bugenhagen getauft wurden. Außerdem gehen wir auch zum Schwarzen Kloster, wo Luther wohnte und wo er die entflohene Nonne Katharina von Bora heiratete und das Luther 1532 vom Kurfürsten Johann Friedrich dem Edelmütigen geschenkt wurde. Der Nachmittag in Wittenberg beinhaltet auch einen Besuch in einer Eisdiele. Ich weiß nicht mehr, in welchem von Luthers Werken steht, dass „Eis ein wichtiger Bestandteil ist, der die Lebensqualität fördert und erhöht“. Oder vielleicht habe ich Luther missverstanden. Am Abend gibt es Spiele und mehr in den Räumlichkeiten der Bartholomäuskirche.
Am dritten Tag fahren wir zur Wartburg und nach Erfurt. Auf der Wartburg erhalten wir eine Führung durch die Burg, in der sich Luther zehn Monate lang versteckt hielt, nachdem er 1521 den Reichstag in Worms als geächtet und verbannt verlassen hatte. Hier besuchen wir unter anderem den Raum, in dem er die Bibel ins Deutsche übersetzte. Wir erfahren mehr über die Geschichte der Burg und die Geschichte der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Anschließend fahren wir nach Erfurt, wo wir das Augustinerkloster und den Dom besichtigen. Hier haben die Konfirmanden etwas Freizeit und die Möglichkeit, durch Erfurt zu bummeln und einzukaufen. Wir beenden unseren Aufenthalt in Erfurt mit einem gemeinsamen Essen bei McDonald’s. Der Abend endet damit, dass wir zurück nach Halle fahren und die Abendmesse in der St.-Bartholomäus-Kirche feiern.
Der vierte Tag ist ein Sonntag. Am Vormittag feiern wir einen Gottesdienst in der Markplatzkirche in Halle, und am Nachmittag besuchen wir Eisleben, Luthers Geburts- und Sterbestadt. Hier besichtigen wir das Geburtshaus sowie Luthers Taufkirche, die St.-Pauli-und-Petri-Kirche. Letztes Jahr wurde einer unserer Konfirmanden im Taufbecken dieser Kirche getauft. Auch hier besuchen wir das Eiscafé am Marktplatz. Anschließend besuchen wir Mansfeld, wo er aufwuchs, wo er Frieden zwischen den Grafen von Mansfeld stiftete und wo er die Inspiration für das Kirchenlied „Eine feste Burg ist unser Gott“ erhielt als er vom Elternhaus aus zur Burg hinaufblickte. Am Abend steht ein Restaurantbesuch in Halle und ein geselliger Abend im Gemeindesaal von St. Bartholomäus auf dem Programm.
Am fünften Tag reisen wir über Rostock und Gedser nach Hause – eine Fahrt, die etwa 11 Stunden dauert.
In Halmstad gehen die Vorbereitungen für die Konfirmation weiter, wobei die Konfirmanden unter anderem einen Film-Vlog erstellen, in dem sie ihren Eltern und Familien von ihrer Reise berichten. Es werden zwei Reisen mit unseren 80 Konfirmanden stattfinden, mit jeweils etwa 40 Konfirmanden. Dies führt wiederum zu etwa 8 Konfirmationen.
Die Reise auf den Spuren Luthers wird von unseren Konfirmanden sehr geschätzt, weshalb wir Jahr für Jahr diese historische Reise durchführen, die Spiritualität, Wissen, Abenteuer und Gemeinschaft schafft.
Die Gemeinde Halmstad möchte der Gemeinde St. Bartholomäus für die großartige Möglichkeit danken, Ihre Räumlichkeiten nutzen zu dürfen. Dadurch wird unsere Reise auf den Spuren Luthers noch schöner.

Pfarrer Anders Pihl, Gemeinde Halmstad