05. Mai 2026 | Allgemein
Lieber Niels, Du bist vor nicht allzu langer Zeit nach Halle gezogen und bist seitdem regelmäßig in der Bartholomäusgemeinde zum Gottesdienst und insbesondere auch zum Kindergottesdienst. Wie kam es dazu?
Wir wohnen im Paulusviertel und haben dort die Familie Eiffler auf dem Spielplatz kennengelernt. Sie erzählten uns begeistert von der Bartholomäusgemeinde und ihrem besonderen Kindergottesdienst. Beim ersten Besuch mit meiner Tochter war sofort klar, dass wir künftig öfter kommen würden. Nur wenige Wochen später wurde ich gefragt, ob ich den Kindergottesdienst einmal selber leiten möchte. Das war eine Einladung, die ich nicht ausschlagen konnte.
Wie findest Du die Kindergottesdienste? Mich würde deine Einschätzung als Wissenschaftler, der auch lehrt, interessieren.
In den letzten Jahren waren wir viel im Ausland unterwegs und haben dort zahlreiche Gemeinden kennengelernt. Einen so gut organisierten Kindergottesdienst, der ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern gestaltet wird, haben wir jedoch noch nie erlebt. Die Aufteilung in drei Altersgruppen erleichterte es meiner Tochter enorm, Anschluss zu finden, und auch für die erwachsenen Leiter bedeutet die Alterstrennung, dass sie einfacher altersgerechte und spannende Angebote für die Kinder planen können.
Besonders die jüngste Gruppe, die Bartholomäuse, profitiert von einer Fülle bereits vorbereiteter Materialien. Dadurch fiel es mir sehr leicht, die Leitung zu übernehmen. Am Samstagabend passe ich die Vorschläge für den nächsten Morgen dann immer noch nach meinem eigenen Ermessen an.
Persönlich bedeutet mir der Kindergottesdienst aber noch etwas Grundlegenderes: Er ist ein lebendiger Ausdruck des biblischen Missionsbefehls, mit dem ich mich als liberaler Christ immer sehr schwergetan habe. Mission fühlte sich immer etwas übergriffig an, wodurch es mir schwerfiel, diesem Auftrag nachzukommen. Wenn ich den Kindergottesdienst leite, kann ich ihn auf natürliche, freudige Weise erfüllen.
Was gefällt Dir und Eurer Tochter besonders?
Meine Tochter liebt die Kindersegnung während des Hauptgottesdienstes, sie darf dann allein nach vorne kommen und anschließend mit den anderen in den Kindergottesdienst gehen. Besonders begeistern sie die spielerischen Bibelgeschichten, die Bastel‑ und Spielangebote sowie die Zeit mit ihren Freundinnen und Freunden. Und so viele Kekse und Kuchen wie im Kirchencafé gibt es bei uns zuhause auch selten.
In einer Zeit, in der die Mitgliederzahlen vieler Kirchen rückläufig sind, mache ich mir häufig Sorgen um die Zukunft unserer Gemeinde. Wenn ich jedoch den Kindergottesdienst erlebe, schöpfe ich neue Hoffnung. Das Konzept, dass die Eltern in die jüngste Gruppe mit eingebunden sind und sich danach bei Kaffee und Tee im kleinen Kreis austauschen können, war für mich besonders wertvoll. So fand ich schnell Anschluss und fühlte mich sofort als Teil der Gemeinde. Manchmal gibt es sogar einen kurzen biblischen Impuls zur Diskussion, sodass der Kindergottesdienst für die Eltern bereits ein wenig wie ein Hauskreis wird. Heute geht meine Tochter eigenständig zum Kindergottesdienst und ich vermisse diese gemeinsame Zeit dort manchmal selbst.
Hast Du trotzdem noch Wünsche an den Sonntagvormittag, was sich noch verbessern kann?
Ich fände es schön, wenn wir während des Kirchencafés ein betreutes Spiel‑ oder Bastelangebot für die Kinder anbieten könnten. Auf diese Weise hätten die Eltern mehr Zeit, sich miteinander auszutauschen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass ihre Kleinen unbeaufsichtigt sind.
Die Fragen an Niels Schröter stellte Ralf Döbbeling.
28. Apr. 2026 | Allgemein
Seit vielen Jahren reisen wir nun schon mit unseren Konfirmanden auf den Spuren Martin Luthers. Ausgangspunkt der Reise ist Halle: Ein strategisch günstiger Ort, von dem aus Wittenberg, Eisleben und Mansfeld in der Nähe liegen und wir auch die Wartburg und Erfurt in angemessener Zeit erreichen können. Die Konfirmanden erleben dabei sowohl Gemeinschaft als auch gemeinsame Erlebnisse. Da wir eine lutherische Kirche sind, ist dies eine gute Möglichkeit, den Konfirmanden Wissen und Verständnis für Luther und die Reformation zu vermitteln: Seine Geburt, seine Kindheit, seine Schulzeit und sein Eintritt in das Augustinerkloster. Luthers Priesterweihe und Promotion. Der Beginn und die Bedeutung der Reformation.
Wir haben unschätzbare Hilfe von der St.-Bartholomäus-Gemeinde erhalten, die uns sowohl mit Räumlichkeiten für die Abende als auch mit der Kirche für unsere Andachten unterstützt hat. Im Laufe der Jahre haben wir auch Jugendliche aus der St.-Bartholomäus-Gemeinde kennengelernt, was von unseren Jugendlichen und nicht zuletzt von den Teamern sehr geschätzt wurde. Tagsüber erhielten wir Informationen über die Reformation und ihre zentralen Orte. Die Abende bestanden aus Vorbereitungen auf die Konfirmation und aus Spielen. Das Konzept, das wir für die Abende im Gemeindehaus der St.-Bartholomäus-Gemeinde hatten, war sehr gut. Für die Konfirmanden war es ein echtes Erlebnis, die Orte zu sehen, die Gemeinschaft zu spüren und den Konfirmandeunterricht zu erleben.
Die Reise dauert 5 Tage. Wir treffen uns am ersten Tag um 06:45 Uhr, in der Regel an einem Donnerstag, und fahren von Halmstad über die Brücke nach Dänemark und anschließend zum Fährhafen Gedser. Dort nehmen wir die Fähre nach Rostock und fahren dann etwa 4 Stunden weiter, bis wir schließlich in Halle ankommen, das zudem Händels Geburtsstadt ist.
Am ersten Abend dürfen wir in einem der Räume der Markplatzkirche übernachten, was uns von Pastorin Simone Carsten-Kant vermittelt wurde.
Am zweiten Tag begeben wir uns in Luthers Stadt Wittenberg, wo wir die Schlosskirche besuchen, an deren Tür Luther am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen angeschlagen hat und wo er auch begraben liegt. Wir hören die Geschichte von Friedrich dem Weisen und den Kurfürsten, die Luther beschützten und den Vormarsch der Reformation unterstützten. Wir besuchen auch die Marienkirche, wo Luther Gemeindepfarrer war und wo seine sechs Kinder von Johannes Bugenhagen getauft wurden. Außerdem gehen wir auch zum Schwarzen Kloster, wo Luther wohnte und wo er die entflohene Nonne Katharina von Bora heiratete und das Luther 1532 vom Kurfürsten Johann Friedrich dem Edelmütigen geschenkt wurde. Der Nachmittag in Wittenberg beinhaltet auch einen Besuch in einer Eisdiele. Ich weiß nicht mehr, in welchem von Luthers Werken steht, dass „Eis ein wichtiger Bestandteil ist, der die Lebensqualität fördert und erhöht“. Oder vielleicht habe ich Luther missverstanden. Am Abend gibt es Spiele und mehr in den Räumlichkeiten der Bartholomäuskirche.
Am dritten Tag fahren wir zur Wartburg und nach Erfurt. Auf der Wartburg erhalten wir eine Führung durch die Burg, in der sich Luther zehn Monate lang versteckt hielt, nachdem er 1521 den Reichstag in Worms als geächtet und verbannt verlassen hatte. Hier besuchen wir unter anderem den Raum, in dem er die Bibel ins Deutsche übersetzte. Wir erfahren mehr über die Geschichte der Burg und die Geschichte der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Anschließend fahren wir nach Erfurt, wo wir das Augustinerkloster und den Dom besichtigen. Hier haben die Konfirmanden etwas Freizeit und die Möglichkeit, durch Erfurt zu bummeln und einzukaufen. Wir beenden unseren Aufenthalt in Erfurt mit einem gemeinsamen Essen bei McDonald’s. Der Abend endet damit, dass wir zurück nach Halle fahren und die Abendmesse in der St.-Bartholomäus-Kirche feiern.
Der vierte Tag ist ein Sonntag. Am Vormittag feiern wir einen Gottesdienst in der Markplatzkirche in Halle, und am Nachmittag besuchen wir Eisleben, Luthers Geburts- und Sterbestadt. Hier besichtigen wir das Geburtshaus sowie Luthers Taufkirche, die St.-Pauli-und-Petri-Kirche. Letztes Jahr wurde einer unserer Konfirmanden im Taufbecken dieser Kirche getauft. Auch hier besuchen wir das Eiscafé am Marktplatz. Anschließend besuchen wir Mansfeld, wo er aufwuchs, wo er Frieden zwischen den Grafen von Mansfeld stiftete und wo er die Inspiration für das Kirchenlied „Eine feste Burg ist unser Gott“ erhielt als er vom Elternhaus aus zur Burg hinaufblickte. Am Abend steht ein Restaurantbesuch in Halle und ein geselliger Abend im Gemeindesaal von St. Bartholomäus auf dem Programm.
Am fünften Tag reisen wir über Rostock und Gedser nach Hause – eine Fahrt, die etwa 11 Stunden dauert.
In Halmstad gehen die Vorbereitungen für die Konfirmation weiter, wobei die Konfirmanden unter anderem einen Film-Vlog erstellen, in dem sie ihren Eltern und Familien von ihrer Reise berichten. Es werden zwei Reisen mit unseren 80 Konfirmanden stattfinden, mit jeweils etwa 40 Konfirmanden. Dies führt wiederum zu etwa 8 Konfirmationen.
Die Reise auf den Spuren Luthers wird von unseren Konfirmanden sehr geschätzt, weshalb wir Jahr für Jahr diese historische Reise durchführen, die Spiritualität, Wissen, Abenteuer und Gemeinschaft schafft.
Die Gemeinde Halmstad möchte der Gemeinde St. Bartholomäus für die großartige Möglichkeit danken, Ihre Räumlichkeiten nutzen zu dürfen. Dadurch wird unsere Reise auf den Spuren Luthers noch schöner.
Pfarrer Anders Pihl, Gemeinde Halmstad
13. Apr. 2026 | Allgemein
„Das neue Gemeindehaus von St. Bartholomäus ist am gestrigen Nachmittag in Anwesenheit der staatlichen, kirchlichen und feierlichen Behörden feierlich seiner Bestimmung übergeben worden. Von der alten Kirche begab sich der Zug der Festteilnehmer unter Posaunenklängen zum Hauptportal des Gemeindehauses, wo die Schlüsselübergabe stattfand.“ Das berichteten die Halleschen Tageszeitungen über die Feierlichkeiten am 7. Februar 1926. Nach nur 9 Monaten Bauzeit übergab Gustav Wolff, selbst Mitglied des Gemeindekirchenrates und Bauleiter, den kunstvoll gefertigten Schlüssel an die Kirchengemeinde.
Gustav Wolff hatte mit seinem Schaffen auch an anderen Orten das Stadtbild mitgeprägt. Die Stadtbibliothek am Hallmarkt, die Haupttribüne der Pferderennbahn, Bank- und Geschäftshäuser sowie mehrere Villen gehen auf seine Entwürfe zurück.

Foto: Stadtarchiv Halle
Die Pläne zum Gemeindehaus hatten fast zehn Jahre in seiner Schublade gelegen. Schon 1916 standen die Entwürfe „für ein Gebäude auf unserem alten Kirchhof mit zwei Flügeln, die im stumpfen Winkel zueinander stehen, der eine Flügel für vier Jugendzimmer und einen Saal, der andere Flügel, der andere Flügel für drei Konfirmandenzimmer, Pfarrer- und Küsterwohnung und Steuerbüro bestimmt.“ So schreibt Pfarrer Manfred Roenneke an seine Gemeinde rückblickend im Januar 1926. Dass es so lange dauerte, bis aus dem Entwurf ein Haus wurde, hatte – weiß Gott! – nicht an ihm gelegen! Ausdauernd und leidenschaftlich muss er sich für sein Haus eingesetzt haben. Wer will, kann die Aufzählung immer neuer Hindernisse und die wiederholte Bitte an die Gemeinde, nicht die Geduld zu verlieren, im Archiv der Phoebe nachlesen.
Da war zunächst die dramatische Weltlage: „Der schlimme Ausgang des Weltkrieges lähmte die Entschlußfreudigkeit völlig. Erst zwei Jahre nach dem Kriege trat angesichts des sich gottlob steigernden kirchlichen Bedürfnisses und der erhöhten kirchlichen Regsamkeit die Bauangelegenheit wieder in den Vordergrund.“ Ein Gemeindebauhausverein wurde 1922 ins Leben gerufen. Dann machte die Inflation die Pläne zunichte. Geld von öffentlichen Institutionen kam ohnehin nicht oder nur spärlich. An manche Türen hatte der Pfarrer geklopft: „Als ich mich anfangs des vorigen Jahres in Halle, Merseburg, Magdeburg, Berlin an staatlichen, an Provinzialstellen, sowie bei Privaten nach einer Bauhypothek umtat, alles mit negativem Erfolg, erfaßte mich die Mutlosigkeit.“ 1924 stand eine Hypothek in Aussicht, die aber nur zu bekommen war, wenn die Liegenschaften der Gemeinde an Acker verpfändet würden – ausgeschlossen! Schließlich machte ein Jahr später ein Darlehen von der Ruhegehaltskasse der Rechtsanwälte den Baubeginn schließlich doch möglich. Im Mai desselben Jahres konnte der Grundstein für den sogenannten „Saalflügel“ gelegt werden.

Foto: Stadtarchiv Halle
Und dann die Probleme auf der Baustelle! Nach den Arbeiterkämpfen wurden Bauarbeiter ausgesperrt und fehlen – ausgerechnet im Sommer, während der besten Bauzeit! Kurzfristig ändern sich Nutzungsziele und fordern Flexibilität: Das Dachgeschoss soll nun doch eine Wohnung für die Gemeindeschwestern beherbergen, statt Holz- braucht es plötzlich Stahl-Balken. Die „männliche Jugend“ soll einen eigenen Raum erhalten. Ein strenger Winter verlangt nach besonders vielen Kohlen, um die Räume zu trocknen… Doch dann steht der Bau. Zehn Jahre lang ein Wunsch, war er nach rekordverdächtigen neun Monaten und aller Hindernisse zum Trotz fertig!
Und wie schön er geworden war! „Unser Bestreben war es, möglichst solide zu bauen. Deshalb haben wir dem Mauerwerk eine angemessene Stärke gegeben, haben uns an bestes Baumaterial gehalten und bei aller Sparsamkeit versucht, das Zweckmäßige würdig und künstlerisch schön zu gestalten. Man beachte den Rhythmus, der in der Gestaltung des Saales in Erscheinung tritt, die Gliederung der Wände, die auch akustischen Zwecken dienen soll, die Formung der Beleuchtungskörper, welche die Richtung zum Rednerpult und zur Bühne betonen wollen, die auf einander abgestimmten Farbentöne, die erst nach reichlicher Überlegung gewählt sind und die den Räumen den Charakter des Edlen, wiederum auch des Behaglichen und Trauten zu geben vermocht haben.“
In der Weiherede heißt es: „Wir wünschen diesem Haus, dass es bewahrt bleiben möge vor Feuersbrunst und Kriegsgefahren, und dass es noch nach Jahrhunderten späteren Geschlechtern erzählen möge, wie die Kirchgemeinde St. Bartholomäus auch in schwerster Not kein Opfer gescheut hat, in großzügiger und vorbildlicher Weise für die Pflege der Jugend und die Förderung lebendiger evangelischer Gesinnung zu sorgen.“ Und: „Mit dem heutigen Tag fängt das eigentliche Bauen erst an, nicht aus Holz oder Stein, sondern aus Menschenseelen.“
Herzlichen Glückwunsch, liebes Gemeindehaus!
Katharina Lipskoch
10. Apr. 2026 | Allgemein
Was macht das Kirchencafé-Team genau?
Wir bieten eine Möglichkeit, sich nach dem Gottesdienst zu treffen und Gespräche zu führen. Dazu bereitet das Kirchencafé-Team das Café vor: Tische und Stühle stellen, Tischdeko, Büfett herrichten mit Kaffee, Tee, Gebäck, Saft. Und hinterher räumt das Team wieder auf.
Was macht dir an deinem Dienst am meisten Freude?
Es ist immer wieder schön, die Dankbarkeit der Besucher zu erleben. Außerdem können im Kirchencafé immer wieder Kontakte gepflegt und neu geknüpft werden. Es macht immer Freude, anderen Menschen die Möglichkeit zur Begegnung zu bieten und auch selbst immer wieder Begegnungen zu haben.
Mit welchen Gaben ist man im Kirchencafé-Team genau richtig?
Geduld, Stressresistenz, viel Zeit nach dem Gottesdienst, Lust auf neue Bekanntschaften und Pflege alter Bekanntschaften. Und man sollte möglichst routiniert bei der Küchenarbeit sein.
Die Fragen beantworteten Andreas Schmalz und Birgit Pfeil.
Interesse, beim Kirchencafé-Team mitzumachen? Dann meldet euch einfach bei Annette Döbbeling per E-Mail.
17. März 2026 | Allgemein, Angedacht

Foto: Stadtarchiv Halle
Großzügigkeit, Schönheit, Vielfalt und Weite suchen und finden Menschen in der Natur. Oft wird ihre Qualität als Gegensatz zur Enge und Nützlichkeit von menschlichen Bauten und Siedlungen hervorgehoben. Das lautet dann verkürzt: was ich drinnen in der Stadt vergeblich suche, finde ich draußen in der Natur. Dabei gibt es solche Qualität und Verschwendung auch in unserer direkten Umgebung. Zugegeben könnte es mehr davon sein.
Mich begeistern immer wieder weite und schöne Räume. Mich laden beispielsweise Bahnhofshallen, Brücken, Kirchen und Stadien zum Verweilen ein. Ihre verschwenderische Großzügigkeit erfreuen mich.
Dagegen fallen viele Dinge in unserer Umgebung ab. Sie sind nützlich und funktional, aber sie inspirieren nicht. Man könnte sie ideenlos nennen. Als wenn ein Designer sagte: reicht doch! Mehr Mühe lohnt sich nicht. Hauptsache das Messer schneidet, die Jacke wärmt, die Brücke trägt. Und die Architektin einstimmt: Hauptsache das Dach ist dicht und das Haus fällt nicht ein.
Nicht doch! Ich wünsche mir mehr sprühenden Geist und mehr großzügige Ideenfreude. Dagegen entsetzt der Anblick eines Wohnhauses das wie ein übergroßes Regal für Wohnkartons aussieht. Ihm fehlt Neugier und Würde. Die Würdigung und Achtung des Sozialen. Wir wundern uns, wenn Menschen einander kühl und abschätzend begegnen. Sie antworten damit auf den Kontext, der sie wie ein steinernes Wort umgibt. Die Liebe zum Menschen knausert nicht und und hört nicht eher auf zu suchen, bis sie die volle schöpferische Großzügigkeit gefunden hat.
Am Anfang der Welt heißt es von Gott, dass er sein Schöpferwerk noch einmal betrachtet hat. Von Selbstgefälligkeit oder Eigenlob ist keine Spur. Es heißt lediglich: er sah, dass es gut war. Er war ästhetisch und funktional mit dem, was er geschaffen hatte, einverstanden. Es war nicht kleinlich eng gefasst. Wir staunen immer noch darüber. Die Kathedrale einer Buche oder die fliegende Leichtigkeit der Frucht eines Löwenzahns, der von der Pusteblume sich erhebt und freien Raum besiedelt. Sie symbolisieren Weite.
Wenn man nun vom Anfang der Bibel zu ihrem Ende springt und schaut, wie es wieder werden soll, so liest man: Siehe, ich mache alles neu! Es wird nicht repariert und restauriert, sondern es wird neu. Es wird wieder gut sein.
Ich finde, dass das schon der Qualitätsanspruch sein sollte, den wir anlegen. Wir sollten wieder selbstloser, großzügiger und verschwenderischer werden. Und wir sollten vor allem im Sozialen damit anfangen und bei allem, was dem sozialen Miteinander dient. Also Begegnungen und Gastfreundschaft liebevoll gestalten und auch Gemeindehäuser, Schulen und Spielplätze nicht kleinlich, sondern weiträumig planen. Angst und Missgunst schaffen Enge, aber Liebe gönnt und schafft weite Räume, gibt Freiraum zu leben.
Ralf Döbbeling
04. März 2026 | Teamtreffen
Herzliche Einladung ins Teamgeschehen der Maximäuse! Lern uns kennen, schau dir an, wie ein Kindergottesdienst abläuft und schnupper mal in die Themen rein, die uns bewegen. Für 2026 stehen folgende Termine fest:
- Samstag 21. Februar ab 9.30 Uhr Teambrunch im Café Kuckhoff
- Sonntag 8. März offener Maximäuse-Gottesdienst draußen im Gemeindehof (wir gehen gemeinsam aus dem Gottesdienst nach der Kindersegnung los)
- Samstag 11. April 16 Uhr: Treffen in den KiGo-Räumen, offen für alle Fragen, Infos und Materialsichtung
- Sonntag 14. Juni (nach dem Gottesdienst, ca. 12 Uhr) Sommerpicknick in Reichhardts Garten (mit Kindern und Partnern). Bringt gerne eine Decke, was Leckeres zum Teilen und Spiele mit und lernt uns kennen.
- Erste Dezemberwoche (Termin folgt) Teamtreffen im Advent abends bei Ina gemütlich zuhause
Bei Fragen oder Lust/ Zeit, an einem anderen Sonntag mal in den KiGo zu kommen, melde dich gern bei Ina (ina@eiffler.de). Wir freuen uns, dich kennenzulernen lernen und wenn du das Team bereicherst.