Ob GKR, das Amt des Bürgermeisters oder die Europawahl, dieses Jahr fordert von uns Entscheidungen. Die vorerst Wichtigste ist die Entscheidung zur Partizipation: Teilhaben an der Gestaltung unser aller Zukunft. Das Ruder wieder in die Hand nehmen und den Kurs ändern oder das Bekannte weiter unterstützen, vollkommen egal, denn Demokratie ist in erster Linie eines: Mitmachen! Ob in der Gemeinde oder im Stadtrat, im Bund oder in Europa, wer sich nicht beteiligt, verspielt sein Recht sich zu beschweren. Ist ja irgendwie logisch, das ist wie, wenn man es der kleinen Schwester überlässt ein Weihnachtsgeschenk für die Eltern zu kaufen und sich im Nachhinein beschwert, dass sie eine doofe Wahl getroffen hat.

Nun ist es jedoch so, dass Demokratie doch ein bisschen mehr von uns verlangt, als Kreuze auf einen Zettel zu malen und dann abzugeben. Partizipation bedeutet auch Austausch. Stellung beziehen und zuhören. Zuzuhören, was die Jugend sagt, die vor allem in Europa gerade laut wird und für ihre Zukunft auf die Straße geht. Es bedeutet aber auch, nach den Erfahrungen der Älteren zu fragen, die Geschichte erforschen und den Blickwinkel vergrößern.

Aber zu guter Letzt müssen wir uns selbst ermutigen, nicht nur zu reden, sondern auch aktiv zu werden. Unsere Stärken gegenseitig erkennen und diese fördern. Eine Gemeinde, ein Land oder ein Staat kann nur nach unseren Wünschen agieren, wenn wir aktiv werden. Lasst uns das unterstützen, was uns wichtig ist. Unterstützt die Gastfreundlichen unter euch, dass sie weiterhin Menschen willkommen heißen. Ermutigt die Stillen, dass sie in hitzigen Zeiten Ruhe spenden. Helft den Idealisten, Veränderungen anzustoßen. Pflanzt Bäume, sammelt Müll auf, begebt euch in Diskussionen. Seid unter Menschen und fördert Zusammenleben. Egal in welchem Rahmen, ob leise ob laut: Lieber mitmachen als mit sich machen lassen.

Jule Lonni