Foto: Jörg Lipskoch

Seit April 2020 ist Karina Lorenz neue Leiterin des Bartholomäus-Kindergartens. Wir haben mit ihr und ihrer Stellvertreterin, Sarah Schwarz, gesprochen.

Wie ist es eigentlich, in so einer außergewöhnlichen Zeit einen Kindergarten zu führen?
Lorenz: Verrückt! Auf so etwas wie eine Pandemie kann man sich nicht vorbereiten. Aus Leitungssicht bedeutet Corona vor allem eines: jede Menge bürokratischen Aufwand.

Schwarz: Als Pädagogin kann ich sagen, dass ich erstaunt bin, wie gut die Kinder mit der neuen Situation zurechtkommen. Zu Beginn war vieles für sie noch fremd, da flossen auch Tränen. Inzwischen haben wir uns gut eingespielt, auch wenn wir spüren, dass den Kindern genau so viel fehlt wie uns und wie die Einschränkungen sie frustrieren.

Lorenz: Die größte Herausforderung ist für uns die Frage „Wie kriegen wir Pädagogik und bürokratische Erlasse unter einen Hut?“ Das braucht Geduld und die Mitarbeit der Familien. Wir wünschen uns, dass die Kinder bei uns eine Art „coronafreie Insel“ erleben. Einen Ort, wo das alles für ein paar Stunden mal keine Rolle spielt.

Trotz Lockdown wart ihr ja sehr aktiv.

Lorenz: Im Haus sind neue Räume entstanden. Atelier und Werkstatt sind jetzt gekoppelt, eine Bibliothek ist entstanden, und wir haben ein Aquarium angeschafft. Wir haben das Büro umgeräumt, um Platz für Gespräche in gemütlicher Atmosphäre zu schaffen.

Schwarz: Daneben war es uns auch sehr wichtig, mit verschiedenen Aktionen den Kontakt zu den Kindern zu Hause zu halten. Wir haben Briefe und Fotos verschickt, eine Schatzsuche für die Kinder organisiert und virtuell Fasching gefeiert. Ich glaube, all das war nicht nur für die Kinder und uns wichtig, sondern auch für viele Eltern. Wir haben viele Rückmeldungen bekommen, dass wir alle gut mitgenommen haben auf diesem schwierigen Weg.

Legen wir das Thema „Corona“ mal beiseite. Wie würdet ihr die Brücke vom Kindergarten in die Gemeinde beschreiben?

Schwarz: Wie wichtig das ist, wird schon jedem sichtbar, der den Kindergarten betritt. Dort steht das Taufbecken, das früher vor der Kirche stand. Dass es heute bei uns steht, geht auf das Engagement unserer langjährigen früheren Leiterin, Renate Grötzsch, zurück. Was viele nicht wissen: In diesem Taufbecken kann man sich auch taufen lassen!

Lorenz: Für die Kinder am deutlichsten wird die Brücke sicherlich in unseren Kindergottesdiensten, die seit diesem Jahr einmal monatlich stattfinden. Uns war es wichtig, dass sie in der Bartholomäuskirche stattfinden und nicht im Kindergarten. Dazu gehört, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, die Atmosphäre des Ortes zu erleben.

Die Verbindung zur Gemeinde zeigt sich auch in intensiveren Beziehungen zum Bartholomäus-Hort.

Lorenz: Ganz genau. Während Frau Reil nach wie vor die Hausleitung im Hort innehat, laufen bei mir die Fäden zusammen. Ziel ist es, dass Kita und Hort noch enger zusammenwachsen und gleichsam ein Haus werden. Wir planen gemeinsame Dienstberatungen, Feste und Projekte. Das soll auch zukünftigen Hortkindern den Übergang erleichtern.

Welche Wünsche habt ihr für die Zukunft des Kindergartens?

Lorenz: Ganz konkret: Es soll ein Snoezelen-Raum entstehen als Ort für Rückzug und Entspannung. Dafür haben wir eine Crowdfunding-Aktion gestartet und freuen uns sehr über jede Unterstützung.

Schwarz: Wenn wir dann noch weiter träumen, wünschen wir uns einen Wasserspielplatz. Für die Kinder wäre es schön, in den langen heißen Sommern nach Herzenslust mit Wasser zu experimentieren, zu matschen und sich abzukühlen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Katharina Lipskoch.

Ein Snoezelraum für unseren Kindergarten

Ein Tag im Kindergarten ist voller Energie. Das macht Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Da kommt eine Oase zum Runterkommen gerade recht: Sich in die Kissen kuscheln, das Spiel von Licht und Farben beobachten, der Musik lauschen, eine Geschichte hören und sich entspannen.

Unterstützen Sie das Crowdfunding unter https://vbhalle.viele-schaffen-mehr.de/snoezelraum-zum-traeumen (oder zusätzlich/statt dessen ein QR-Code? anbei, bitte zur Sicherheit nochmal testen)