Während die evangelischen Christen ein Reformationsfest feiern, feiern die Katholiken Allerheiligen. Beide Feste liegen gerade hinter uns. Inhaltlich haben sie wenig miteinander zu tun, obwohl sie Ende Oktober und Anfang November direkt beieinander liegen. Beide Konfessionen haben auch gemeinsame Feiertage. Auf beide kommt schon bald der Heilige Abend zu. Wie überhaupt zwischen evangelischer und katholischer Kirche weit mehr Gemeinsamkeiten herrschen als Unterschiede.

Was hat der Heilige Abend aber dafür getan, dass er beispielsweise heiliger ist als der 1. April oder der 7. Oktober? Eigentlich gar nichts. Er wird als der Geburtstag von Jesus gefeiert. Wie die Futterkrippe oder die Hirten oder Maria gar nichts dafür können, dass sie in der Geschichte Jesu vorkommen, so auch der Heilige Abend nicht. Wenn ein Mensch geboren wird, dann gibt es logischerweise auch einen Geburtstag. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Und das Kind, der noch ganz unscheinbare Retter der Welt, heiligt den Abend einer normalen Nacht. Nicht ist sie heller oder kälter und weißer oder wunderbarer als andere. Ein normaler Abend eines Alltages.

Damit ist er ein Beispiel der Menschen. Die heiligen Menschen sind äußerlich auch nicht auffällig. Die Heiligen, an die das Fest Allerheiligen erinnert, sind ganz normale Menschen, die dem Jesus von Nazareth geglaubt haben und ihm nachgefolgt sind. Eher noch ein bisschen bedürftiger. So wie Bartholomäus, einer der Heiligen. Aber auch wie Johanna, Renate und Tilda, Jonas, Rudi und Till, die ihm heute folgen. Sie sind Heilige. Weil Jesus Christus seinen Namen mit ihrem Namen zusammen nennt, heißen sie Christen. Und Jesus verbindet sich mit ihnen durch den Heiligen Geist. Er beruft sie und sie folgen ihm. Erst dadurch sind sie besonders. Sie brachten die Voraussetzung mit oder nicht. Denn unter den Heiligen gibt es durchaus Menschen mit schändlicher Geschichte. Aber es heißt ja: Es gibt keinen Sünder ohne Zukunft und keinen Heiligen ohne Vergangenheit.

Gläubig, selig, heilig. Auch wenn keine Steigerung in diesen Worten liegt, so drücken sie doch eine Wertschätzung aus. Die Wertschätzung Gottes. Du, gläubiger Bartholomäus, bist besonders für mich. Ich heilige dich und gebe dir zu Ehren ein Fest. Wir dürfen hoffen, dass Gott sich noch viele Feste für uns einfallen lassen wird. Heilige Abende, Geburtstage, Ostern und Pfingsten, aber auch Alltage für alle Heiligen, an denen sie plötzlich glauben können, dass sein Name über ihnen genannt ist. Das nennen wir dann einen Segen. Eine unverdiente Heiligsprechung. Du bist mir wertvoll. Geh und folge mir nach. Denn so kommt Christus zur Welt.