Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Der ehemalige Seniorentreff heißt jetzt „Gemeindetreff“. Denn es sind auch jüngere Menschen herzlich willkommen! Wie gewohnt gibt es einmal im Monat – immer donnerstags um 15 Uhr – interessante Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen. Besonders wollen wir Sie auf Donnerstag, den 18.10. aufmerksam machen:
An diesem Nachmittag widmet sich der Vortrag dem jüdischen Leben in Halle und erzählt dabei viele spannende Geschichten: Über den Rechtsanwalt Richard Hesse, der gleich zwei Mal in die Mühlen einer Diktatur geriet: während der NS-Zeit und nach dem Krieg. Über seinen Kontrahenten Leo Hirsch, der von der Gestapo als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde eingesetzt wurde und später als SED-Genosse Karriere machte. Über eine Gemeindevorsitzende, die in Wirklichkeit gar keine Jüdin war und sich persönlich bereicherte. Und schließlich über die verwickelte Rettung wertvoller Unterlagen der jüdischen Gemeinde in den späten 1970er Jahren.
Als Referentin konnten wir Heidi Bohley gewinnen, die bis vor kurzem in Halle lebte. Sie hat sich zu DDR-Zeiten bei „Frauen für den Frieden“ und später im „Neuen Forum“ engagiert, für das sie auch als Stadträtin tätig war. Daneben gilt ihr besonderes Interesse der jüdischen Geschichte in Halle, die sie als langjährige Vorsitzende im Verein „Zeitgeschichte(n)“ und in der Aktion „Stolpersteine“ erforschte und für ein breites Publikum erschloss. Einige dieser Ergebnisse sind im Buch „Verhängnisvoll verstrickt“ (Hasenverlag Halle, 2014) zusammengetragen, das Heidi Bohley gemeinsam mit weiteren Autorinnen und Autoren verfasst hat.
Godela Hein/Iris Hinneburg
Den Handzettel mit den weiteren Terminen im 2. Halbjahr 2018 können Sie hier herunterladen, gedruckte Exemplare liegen in der Kirche und im Gemeindehaus aus.
