In diesem Jahr feiert der Hort seinen 80. Geburtstag. Wie es früher im Hort zuging, haben wir bereits berichtet. Aber wie ist das Hort-Leben heute? Darüber spreche ich mit Anja Klarenbach im Hort der Bartholomäusgemeinde, während sie mit einem Kind Waffelteig zubereitet und das Kind erzählt, wie zuhause gebacken wird.

Liebe Anja, Du bist jetzt seit drei Jahren hier im Hort als Leiterin tätig. Welche Veränderungen hast Du seitdem wahrgenommen?

Die Kinder haben mehr Spielraum. Zum Beispiel entscheiden sie selbst, wann und wo sie ihre Hausaufgaben machen. Auch im Alltag werden sie mehr beteiligt, wenn wir z.B. das Hortjubiläum am 24. August vorbereiten. Sie organisieren mehr selbst. Achten auch auf die Uhrzeiten. Auch wenn sie z.B. freitags gerne den Abschied hinauszögern, um länger beieinander zu bleiben. Wir nennen das Partizipation, was im Leitbild der Villa Juehling so ausgedrückt ist: Jedes Kind in seiner Einzigartigkeit anzunehmen und in der Gemeinschaft zu fördern. Das ist Umsetzung des christlichen Menschenbildes und Ziel der Pädagogik im Hort. Daher ist das Essen nicht für alle nach einem festen Plan aller zusammen, aber auch nie ganz allein. Es gibt Nischen zum Lesen und Platz für Rollenspiele und Sport. Wir trauen auch jüngeren Schülerinnen und Schülern zu, sich auf dem Gelände zu bewegen, wenn sie selber es sich trauen. Dieses soziale Lernen ergänzt bewusst den Schulunterricht. Vielfach setzt sich das im Hort fort, was schon in der KiTa der Bartholomäusgemeinde begonnen wurde, weil die Kinder die Pädagoginnen und Pädagogen schon von dort kennen.

Danke für die ausführliche Antwort. Wie vielen Kindern gilt denn gerade Eure Aufmerksamkeit im Hort?

Zur Zeit sind 43 Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse hier. Ab dem nächsten Schuljahr werden es mehr sein, auch Fünftklässler, aber wir haben noch Platz. Man kann jeder Zeit während des Schuljahres dazukommen, nicht nur nach den großen Ferien. Dazu laden wir auch bei den Elternabenden der Wittekindgrundschule ein und halten Kontakt zu den Lehrerinnen.

Letzte Frage: Was sind die Höhepunkte für Euch und die Hortkinder?

Oh, da gibt es im Jahr sehr viele. Der nächste Höhepunkt wird in den Ferien die einwöchige Himmelfreizeit als Zeltlager sein und vorher schon das Sommerfest mit Gottesdienst und Fest auf dem Hof. Die Kinder beteiligen sich zu Weihnachten auch am Krippenspiel und spielen auch sonst gerne Theater. Unsere Vision ist es, damit den Kinder Brücken in die Zukunft zu bauen und ihre Begabungen zu stärken.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ralf Döbbeling