Von Anfang September 2024 bis Ende August 2025 durfte ich in Uganda ein unglaubliches Land mit wundervollen Menschen und einer atemberaubenden Kultur kennenlernen. Unter anderem habe ich an der Sandy Bevan Grundschule gearbeitet und die Kinderbetreuung unterstützt.
Es hat nicht lang gedauert, bis mir diese kleine Schule schon ans Herz gewachsen war. Und sie ist mehr als eine Schule, sie ist ein Zuhause und ein Ort der Hoffnung für so viele kleine Seelen.
Ich kenne ein paar der Geschichten der Kinder und ich weiß, dass die Sandy Bevan für sie die einzige Chance ist, einen Schulabschluss zu erlangen. Die Sandy Bevan, gegründet von Evaline Rhoda, ist eine kostenlose Schule für Kinder aus finanziell schwachen Familien, die sonst überhaupt nicht zur Schule gehen könnten. In Uganda ist der Schulsektor sehr privatisiert, was Schulbildung für viele Familien zu teuer macht. Außerdem will Eva mit der Schule alleinerziehenden Müttern eine Chance auf einen Beruf geben und gleichzeitig deren Kindern Bildung ermöglichen.
Zudem wird an allen ugandischen Schulen, die ich kennengelernt habe, mit einem Stock geschlagen, wenn die Kinder auch nur den kleinsten Fehler machen. Das ist an der Sandy Bevan anders. Hier wird mit dem Belohnungssystem gearbeitet, wie wir es auch haben. Dadurch sind die Kinder der Sandy Bevan aufgeschlossene und selbstbewusster. Sie spielen ausgelassen miteinander und bringen sich gegenseitig Sachen bei.
Die Kinder der Sandy Bevan sind wie eine Familie. Manche schlafen sogar in der Schule, da ihr Schulweg zu lang wäre. Im November 2024 haben die anderen 5 Freiwilligen meiner WG mit mir und Eva an einem Plan gearbeitet, die Schule langfristig besser zu gestalten. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass zunächst neue Klassenräume gebaut werden müssen, da nicht genug für das nächste Schuljahr da gewesen wäre.
Die SchülerInnen an der Schule sind die erste Generation überhaupt. Die ältesten jetzt sind 6. Klasse, in der 7. Klasse macht man dann seinen ersten offiziellen Abschluss. Als wir also angefangen haben, das Bauprojekt zu planen, gab es keine Räume für die 6. und 7. Klasse. Nachdem wir unsere Grundidee veröffentlicht und in Deutschland geteilt hatten, begannen Gespräche mit ugandischen Ingenieuren und Bauarbeitern. Wir starteten den Bau mit bei weitem zu wenig Geld, aber wir wollten die Schüler nicht im Stich lassen. Und so beteten und hofften wir gemeinsam, dass unser Projekt gelingt.
Wir hätten niemals gesucht, dass uns so viele Menschen aus Deutschland unterstützen würden. Aber mit einem Mal hatten wir ein offizielles Spendenkonto und genügend Geld für ganze vier Räume. Es hat mich wirklich berührt zu sehen, dass auch ihr, meine Gemeinde, so viel zusammengetragen habt!
Durch eure Spenden konnten wir neben den Klassenräumen auch noch einen würdigen Schlafraum für die Kinder einrichten, die in der Schule schlafen. Vorher hatten sie zu siebt nur eine durchgelegene Matratze, aber nun konnten wir jedem ein eigenes Bett, eine Matratze und Decke kaufen. Ich war und bin überwältigt davon, wie viele von euch unser Projekt mitverfolgt und sogar unterstützt haben. Deshalb im Namen aller Kinder und Lehrerinnen der Sandy Bevan und natürlich auch von mir: Danke!
Nun bin ich wieder in Deutschland, aber der Schulbetrieb in Uganda geht natürlich weiter. Ich werde die Sandy Bevan hin und wieder besuchen gehen, wenn ich in Uganda bin. Damit die Schule weiterhin kostenfrei und mit besseren Standards für die Kinder existieren kann, hat meine Mutter Christine Ringel einen Spendenkreis eröffnet, der nun von einem offiziellen Verein aufgenommen wurde. Wenn ihr weiterhin die Sandy Bevan unterstützen wollt, meldet euch bitte erst einmal unter dieser E-Mail-Adresse: christine-ringel@t-online.de. Vielen Dank!
Helene Ringel