Foto: Iris Hinneburg

Foto: Iris Hinneburg

Ein spannender Moment an diesem sonnigen Sommerabend im Juni. Wür-den hohe Gäste kommen? Sie kamen, wenn auch anders als die Gerüchte sagten. Das Wandelkonzert durch Reichardts Garten zeigte Szenen aus seinem Leben und endete an seinem Grab auf dem St. Bartholomäuskirchhof. Der theatralische Beitrag in historischen Kostümen war der Höhepunkt der Erinnerung an den vor 200 Jahren verstorbenen Quartiermeister der Romantik.

Ob zur historischen Trauerfeier oder an diesem Abend mehr “Trauergäste” gekommen sind, entzieht sich unserer Kenntnis. Fakt ist, dass der von Reichardt selbst komponierte Trauerchor an gleicher Stelle noch einmal erklungen ist. Das Grab Reichardts kann auf dem Friedhof auch weiterhin besucht werden. Hier fand ein ruhelos Reisender, der schon als Kind und später auch als Künstler ganz Europa bereiste und als Herbergsvater Gastfreundschaft in Giebichenstein verkörperte, seine letzte Ruhe. Bis, wie es in dem Begräbnischoral „Jesus, meine Zuversicht“ – auch bei seinem Begräbnis gesungen – heißt, die letzt Posaun erklingt, die auch durch des Musikers Grab dringt.

Ralf Döbbeling