Silvester in der Bartholomäusgemeinde heißt: gemeinsam feiern, lachen, tanzen und das neue Jahr willkommen heißen. Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder zusammengefunden, Menschen aller Generationen, mit ganz unterschiedlichen Geschichten, aber mit demselben Wunsch nach Gemeinschaft.
Nach einem stimmungsvollen Gottesdienst ging es im festlich geschmückten Saal weiter. An einem reichlich gedeckten Tisch wurde gegessen und getrunken, vor allem aber Zeit miteinander geteilt. Und alle waren willkommen: Der Nachbar von nebenan, der vielleicht sonst allein wäre, Jugendliche, die Band und DJ angelockt hatten, und alle, die kommen wollten.
Dazwischen gab es Raum für kleine Verwandlungen. Mit bunten Farben und lustigen Klebetattoos wurden die Toiletten kurzerhand zu Orten, an denen man sich neu erfinden konnte. Doch kaum verzaubert, zog die Musik einen zurück auf die Tanzfläche. So verging die Zeit wie im Flug bis kurz vor Mitternacht.
Mit dem letzten Lied im Ohr traten wir hinaus in die kühle Nacht. Wunderkerzen und ein Glas zum Anstoßen warteten bereits. Mit einem kurzen Impuls führte uns Ralf Döbbeling ins neue Jahr, wir gaben das Licht und die Hoffnung des Unbekannten an die Menschen weiter, welche neben uns standen. Und dann? Schluss? Nein, die Nacht dauert noch bis zum Morgen an.
Doch jeder Abend muss vorbei gehen und so endete die Silvesternacht. Mit geplatzten Illusionen und leeren Gläsern. Was bleibt von solchen Abenden? Ich kann es nicht anders sagen als mit der Jahreslosung: Gott spricht, siehe ich mache alles neu. (Offb 21,5). Wir haben Kontakte geknüpft, Menschen ganz neu kennengelernt und vor allem viele neue Erinnerungen gesammelt. Leere Räume bleiben, um sie mit Neuem zu füllen, den nächsten Tag zu feiern und neue Illusionen entstehen zu lassen.
Paul Renner