„Respekt, wer‘s selber macht!“ so wirbt ein Baumarkt um Kunden und spricht ihnen gleichzeitig Wertschätzung aus. Früher haben wir viele Dinge selber gemacht: Zündkerzen gewechselt, Reifen geflickt, Fenster gestrichen. Heute leben wir in einer Dienstleistungsgesellschaft. Das ist bequem und teuer. Aber der Wohlstand und die technische Entwicklung machen es möglich. Aber geht uns da nicht ein Stück Selbstwertgefühl verloren, wenn wir uns nicht mehr durch unser Tun Respekt und Wertschätzung bekommen, sondern nur noch durch unser Haben? Gott sei Dank gibt es da den Baumarkt.

„Respekt, wer’s selber macht!“ sagt auch Jesus zu seinen Jüngern und gab ihnen damit ein gutes Stück Selbstwertgefühl. Er traute es ihnen zu. Gehet hin in alle Welt und macht es selber: Nachfolger, Taufe, Kirche, Gemeinde und Gottesdienst. Wir haben das in unserer Gemeinde wörtlich genommen und es wurde später Beteiligungsgemeinde genannt. So sind z.B. zwischen 10 – 20 Personen jeden Sonntag in verschiedenen Bereichen des Gottesdienstes beteiligt. Ebenso gestalten ca. 20 Jugendliche in verschiedenen Gruppen die Jugendarbeit und auch die Öffentlichkeitsarbeit wird von einem vielköpfigen Team technisch, inhaltlich und gestalterisch umgesetzt. Alles Menschen, die sich durch Jesu Aufforderung motivieren lassen und die durch ihr Tun unseren Respekt verdienen. Gott sei Dank gibt es sie in der Gemeinde.

„Respekt, wer’s selber macht!“ sagt auch die Kirchenverfassung und legt bei allem kirchenbürokratischen „Amtsschimmelgewiehere“ die Verantwortung in die Hände eines ehrenamtlichen und basisdemokratisch gewählten Gemeindekirchenrates und traut es ihnen damit auch zu. Bald sind Neuwahlen und die Gewählten werden zu „Selbermachern“, die den Respekt und die Wertschätzung der Gemeinde verdient haben. Gott sei Dank, dass die Gemeinde so ihre Lebendigkeit und ihr geistliches Profil behält. Für mich und für Viele ist sie damit zur Heimat geworden.

Gottfried Muntschick