Wer sich für eine Kandidatur für die GKR-Wahl im kommenden Jahr interessiert, fragt sich vielleicht auch: Welche Aufgaben sind eigentlich damit verbunden? Und kann ich das überhaupt? Steffi Seiferlin beschreibt in diesem Beitrag, auf wie vielfältige Weise sich jede und jeder einbringen kann und wie sie selbst mit ihren Zuständigkeiten umgeht.

Der Gemeindekirchenrat hat viele verschiedenen Aufgaben. Dadurch nehmen seine Mitglieder die „Zügel“ in die Hand – und tragen aber auch viel Verantwortung. Da nicht einer alles kann – das möchte ich mir lieber auch nicht vorstellen – haben wir uns je nach Begabung und Kräftevermögen die Aufgaben geteilt. In den Sitzungen besprechen wir die jeweils wichtigen Themen, beraten und stimmen dann gemeinsam ab.

  • In den Aufgaben des GKR spiegelt sich auch die Vielfalt unserer Gemeinde wider. Hier eine kleine Auswahl:
    Geistliches und Miteinander in der Gemeinde: Vorbereitung der Gemeindeklausur mit GKR, hauptamtlichen Mitarbeiter/innen und Koordinator/innen; außerdem Kontakt zu den einzelnen Gruppen der Gemeinde und den Mitarbeiter/innen
  • Finanzen: Jedes Jahr wird ein Haushaltsplan erstellt und der/die Kassenführer/in versucht, im laufenden Jahresgeschäft alles im Blick zu behalten und gut zu wirtschaften
  • Überregionales: Kontakt zum Kirchenkreis und anderen Gemeinden
  • Bauen: Erhalten, sanieren, neu gestalten – nicht zum Selbstzweck, sondern um Gemeindeleben zu ermöglichen. Dazu gehört auch das Gründerhaus am Steilen Berg.
  • Vermietung der Wohnungen im Gemeindehaus und die damit verbundenen Fragen
  • Organisation der Pflege von Kirch- und Gemeindehof, einschließlich der wertvollen Grabsteine, etwa von J.G. Reichardt
  • Mitarbeit im Kirchendienst, der dafür sorgt, dass der Gottesdienst organisatorisch gut abläuft
  • Mitarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit – damit alle gut informiert sind
  • Juristische und kirchenrechtliche Angelegenheiten
  • Verbindung zu Hort und KiTa, etwa in den Kuratoriumssitzungen oder bei den Elternabenden, um die Verbindung zwischen Gemeinde und Kindereinrichtungen zu stärken

Ich selbst bin keine Fachfrau für Juristisches oder Bauen, kann aber gut organisieren. Deshalb kümmere ich mich um Absprachen für die Nutzung von Kirche und Gemeindehaus. Das betrifft etwa den Kontakt mit Chören, die in unserer Kirche ein Konzert veranstalten wollen, oder Absprachen mit Tauffamilien, die Räume im Gemeindehaus für ihre Familienfeier nutzen. Auch die Kommunikation mit einzelnen Gruppen aus der Gemeinde, die Gemeinderäume oder Kirche nutzen, gehört zu meinen Aufgaben. Damit das möglich ist, bin ich im engen Kontakt mit Frau Krause im Gemeindebüro.

Eine Herausforderung ist natürlich die Kommunikation mit so vielen verschiedenen Menschen, die verschiedene Kommunikationsstile haben und manchmal auch unterschiedliche Prioritäten, was die Weitergabe von Informationen oder geänderten Plänen angeht. Und in meinem Aufgabengebiet fällt es auch auf, wo noch Kommunikationslücken in unserer Gemeinde bestehen.

Aber ich erlebe auch viel Schönes. Etwa wenn Menschen eine Taufe oder Hochzeit in den Gemeinderäumen feiern und dabei vielleicht nach längerer Zeit wieder einen Punkt zum Andocken an die Gemeinde finden.

Im GKR hat jeder und jede das passende Gebiet gefunden, sich mit den jeweiligen Gaben einzubringen. Das sorgt dafür, dass kein Druck entsteht, denn das, was ich tue, liegt mir auch. Und es musste auch nicht alles von Anfang an perfekt sein, sondern ich konnte in das Aufgabengebiet hineinwachsen.

Immer dann, wenn ich mal in einem anderen Gottesdienst bin, merke ich deutliche Unterschiede zu unserer Gemeinde: Sie ist offener, familienfreundlich und von lebendigem Glauben geprägt. Das liegt auch an den Menschen, die bewusst an der Gestaltung des Gemeindelebens mitwirken.

Der Gemeindekirchenrat ist ein guter Ort, Gemeinde an verantwortlicher Stelle mitzugestalten. Natürlich braucht es dafür Zeit und einmal im Monat muss ich mir einen Abend für die regelmäßige Sitzung freihalten. Aber das ist für mich keine verlorene Zeit. Ich empfinde es als Segen, in einer so lebendigen Gemeinde zu leben. Und dafür lohnt es sich, Zeit zu investieren.

Steffi Seiferlin