Organisatorisches zur GKR-Wahl

Sicher wissen Sie es schon: Am Sonntag, den 20.10. wird in unserer Gemeinde ein neuer Gemeindekirchenrat (GKR) gewählt. Weil der GKR das zentrale Gremium unserer Gemeinde ist, ist es wichtig, dass die GKR-Mitglieder von einer möglichst breiten Basis legitimiert sind. Anders ausgedrückt: Bitte nehmen Sie an der Wahl teil! Das wird Ihnen auch leicht gemacht, denn Sie erhalten automatisch Briefwahlunterlagen, so dass Sie Ihre Stimme sehr bequem und zeitlich flexibel abgeben können.

Eine Voraussetzung für die Teilnahme an der Wahl gibt es allerdings: Sie müssen im Wählerverzeichnis stehen. Wählen können alle Gemeindemitglieder ab dem 14. Geburtstag, die zum Abendmahl zugelassen sind. Im Mai wird der GKR ein Wählerverzeichnis erstellen, das Sie im Juni im Gemeindebüro einsehen können. Wenn Sie formal zu einer anderen Gemeinde gehören, sich der Bartholomäusgemeinde aber verbunden fühlen und hier den GKR mitwählen wollen, haben Sie die Möglichkeit, einen Wahlgemeindeantrag zu stellen und Mitglied der Bartholomäus-Gemeinde zu werden. Das Formular erhalten Sie im Gemeindebüro oder können es hier auf der Webseite herunterladen. Übrigens: Wenn Sie außerhalb des Gemeindebezirks wohnen und zur Bartholomäusgemeinde gewechselt sind, ist das nicht automatisch auch für Ihre Kinder passiert (außer Sie haben es im Antrag explizit angegeben). Hier gibt es also unter Umständen Handlungsbedarf. Bei Fragen zum Wahlrecht steht Ihnen Mark Udo Born zur Verfügung.

Hirten, Propheten und noch viel mehr

Kennen Sie „Wzodimnzsbimui“? Was auf den ersten Blick eventuell aussieht wie das Passwort zu Ihrem Computer, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen als „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen“.

Ich bin meistens der, der als Letzter zu den GKR-Sitzungen erscheint. Es kommt auch vor, dass ich mitten in die Andacht hineinschneie. Kurz Luft holen, mit eintauchen, ankommen, ein Blick in die Runde – alle sind da. Wie gut.

Es sind mehr als zwei, auch mehr als drei. Meistens sind eigentlich alle da. An dieser Stelle kommt mir Jesu Zusage in den Sinn. Eigentlich ein gutes Passwort für unseren Abend. „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen.“

Es tut gut, mir klar zu machen, warum ich mal wieder zu Hause vom Abendbrot aufgesprungen bin: Wir treffen uns hier nicht, weil wir Dienstagabend zu viel Zeit haben oder weil wir es genießen, ausgiebig über Dinge zu reden, die uns bewegen. Dafür ist Zeit nach dem Ende der Sitzung – einige Meter westlich am Fuße des Bartholomäusberges.

Sondern wir treffen uns, um unserer Aufgabe nachzukommen: „Die Menschen, die zu Gott gehören, fähig zu machen, ihre Aufgabe für Gott wahrzunehmen…“ So schreibt Paulus es zumindest im Brief an die Epheser und so hat es Roland Werner in seiner Bibelübersetzung „Das Buch“ formuliert. Dort werden auch die Personengruppen genannt, die für diese Aufgabe notwendig sind : Apostel (sie werden hier mit bevollmächtigte Botschafter übersetzt), Propheten, Verkündiger der guten Nachricht, Hirten und Lehrer.

Ich habe eine Weile gebraucht, bis mir klar geworden ist, dass man als Gremium „GKR“ nicht unbedingt Lehrer und Verkündiger des Evangeliums ist. Eher ist man der Wegbereiter und Ermöglicher oder auch der Verwalter und Vorausdenker. Man befasst sich zuweilen mit ermüdenden Verwaltungsdingen, stellt aber auch Weichen für die Zukunft. Man hilft gute Ideen auf den Weg zu bringen, muss aber auch hinnehmen, dass manches davon sich nicht bewährt. Also eher so ein wenig „Hirte“ mit einem kleinen Teil „Prophet“ (wobei ich bewusst noch keinem echten Propheten begegnet bin).

Und natürlich finden sich Lehrer, Hirten, Propheten, Apostel und Verkündiger nicht nur in der Gemeindeleitung, sondern auch an vielen anderen Stellen in unserer Gemeinde. Hier schließt sich der Kreis zu meinem Passwort: Wir sind in der Gemeinde mehr als der GKR, mehr als einzelne Kreise – und mehr als 2 oder 3 und wir treffen uns in Jesu Namen.

Wie gut.

Tobias Brandt

Persönliches aus dem GKR

Im Gemeindekirchenrat muss es um die Gemeinde gehen und nicht um mich. Kein Eigennutz, keine Eitelkeit, nur selbstloser Dienst. Meine Erfahrung: Stimmt nicht.

Natürlich versuche ich im Gemeindekirchenrat, der Gemeinde bestmöglich zu dienen, natürlich stecke ich da nichts in meine Taschen. Und natürlich gewinne ich bei der Arbeit Einblicke, lerne Verhältnisse, Zusammenhänge und Menschen kennen, und gewinne damit auch für mich selbst Beziehungen, Erfahrungen, Wissen, Heimat, eben Gemeinde. Mehr Eigennutz geht kaum!

Gleich zu Anfang ging es mit dem „Kirchendienst“ los: Vorbereitung des Kirchenraums, Begrüßen vieler Menschen vor dem Gottesdienst, Lesungen und Glaubensbekenntnis mit Mikrofon von vorne. Meine Erfahrung: Ich lernte die Bartholomäuskirche erst richtig kennen. Die Freundlichkeit vieler Gottesdienstbesucher bei der Begrüßung und dem Abschied an der Kirchentür verschönt meinen Sonntag. Die Mitwirkung im Gottesdienst weckt meine Aufmerksamkeit mehr als früher. Beispielsweise fiel mir erst jetzt die Steigerung von „Ehr sei dir o Herre“ zu „Lob sei dir o Christe“ bei der Evangeliumslesung oder die Gedankenführung von mir, meiner Schuld und Vergebung in der Liturgie hin zur Außenwelt in der Fürbitte auf. Der Gottesdienst gewann für mich an Inhalt und Intensität.

Weiter ging es mit ersten Entscheidungen im Gemeindekirchenrat. Nun gab es Dinge in der Gemeinde, deren Beratung, Entscheidung und Umsetzung ich erlebt oder beeinflusst hatte. Ich wusste mehr über Entstehung und Zusammenhänge der Dinge, lernte nicht mehr nur Gesichter und Namen, sondern Personen und deren Meinungen und Anteil an der Gemeinde oder dem Kirchenkreis kennen.

Im Gemeindekirchenrat nahmen mit dem gegenseitigen Kennenlernen Vertrauen und Offenheit zu. Die Diskussionen wurden damit besser, die Zusammenarbeit erfolgreicher und angenehmer. Die Sitzungsabende wurden von Pflichtterminen („man müsste eigentlich mehr tun“) zu Terminen, vor denen ich mich darauf freute, nette Leute wiederzusehen und gemeinsam über durchaus erfolgversprechende Vorhaben zu beraten.

Die Bartholomäusgemeinde wuchs wenige Jahre nach meiner Ankunft in Halle neben Familie und Beruf zu einem dritten wichtigen Lebensbereich. Dies nicht unbedingt wegen der aufgewendeten Zeit, sondern (auch) wegen der zunehmenden Identifikation mit der Gemeinde. Es ist besonders und berührend, wenn z.B. Änderungen am Kirchturm anstehen, dass schon seit über 700 Jahren Vorgänger daran gearbeitet haben und nach uns wahrscheinlich auch einige Generationen darüber nachdenken werden. Und wenn man glaubt, hier nicht nur ein Vereinsheim, sondern ein Haus Gottes herzurichten, und dies in einer Gemeinde mit zahlreichen engagierten Mitgliedern, denen die Entwicklung wichtig ist. Und wenn man erlebt, wie Kinder und Jugendliche hier Erfahrungen und Maßstäbe aufnehmen, mit denen sie die nächsten Jahrzehnte gestalten werden.

Dass meine Arbeit für die Gemeinde nützlich war, hoffe ich. Dass sie mich glücklicher gemacht hat, weiß ich.

Mark Udo Born

Letzte Chance: Praktikum im GKR

Für die GKR-Wahl im Oktober wird die Kandidatenliste am 07.05. geschlossen. Wer sich eine Kandidatur überlegt und vorher noch ein Praktikum im GKR absolvieren will, muss schnell sein, denn es gibt dazu nur noch zwei Gelegenheiten dazu:

  • Dienstag 19.03.
  • Dienstag 09.04.

Interesse? Dann schnell bei Cornelia Büdel melden!

Bekanntmachung zur Gemeindekirchenratswahl

— Eine Information des Gemeindekirchenrates der Bartholomäusgemeinde —

Am 20.10.2019 wählen wir den Gemeindekirchenrat für die nächsten sechs Jahre. Deshalb berichten wir seit Monaten auf unserer Webseite über die Aufgaben und Arbeit des Gemeindekirchenrats. Der nächste Schritt ist die Aufstellung der Kandidatenliste nach den Vorschlägen, die aus der Gemeinde gemacht werden. Weiter unten können Sie sehen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Informationen ein Wahlvorschlag enthalten muss.

Bitte richten Sie Ihren Wahlvorschlag bis zum 07.05.2019 schriftlich über das Gemeindebüro an den Gemeindekirchenrat.

Auszug aus dem Gemeindekirchenratsgesetz der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
§ 11 Aufstellen der Kandidatenliste und Stimmzettel
(1) Der Gemeindekirchenrat fordert die Gemeindeglieder auf, Kandidatenvorschläge einzureichen. Der einzelne Vorschlag muss enthalten:

1. Name, Alter und Wohnanschrift des vorgeschlagenen Gemeindegliedes,
2. eine Aussage zur Wählbarkeit nach § 6 Absatz 2,
3. eine schriftliche Erklärung des vorgeschlagenen Gemeindegliedes, dass es bereit ist, zur Wahl zu kandidieren,
4. die Unterschriften von mindestens fünf wahlberechtigten Gemeindegliedern.

§ 6 Wahlberechtigung und Wählbarkeit
(1) 1 Wahlberechtigt ist jedes Gemeindeglied, das am Tage der Wahl das 14. Lebensjahr vollendet hat und das zum Abendmahl zugelassen ist. 2 Die Ausübung des Wahlrechts setzt die Eintragung in die Wählerliste voraus.
(2) 1 In den Gemeindekirchenrat kann gewählt oder berufen werden, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat, der Kirchengemeinde seit mindestens sechs Monaten angehört, zum Abendmahl zugelassen ist, am Leben der Kirchengemeinde teilnimmt und wem die Wählbarkeit nicht gemäß Artikel 29 Absatz 2 Satz 2 Kirchenverfassung EKM entzogen worden ist. 2 Wählbar ist nicht, wer seine Pflichten als Gemeindeglied erheblich verletzt, sich kirchenfeindlich betätigt oder sich im Widerspruch zur Heiligen Schrift, dem christlichen Glauben oder der Kirche verhält.

Ich im GKR?

Am 20. Oktober 2019 wird in unserer Gemeinde ein neuer Gemeindekirchenrat (GKR) gewählt. Dazu suchen wir Menschen, die bereit sind, für dieses Amt zu kandidieren. Vielleicht fragen Sie sich ja bereits, ob Sie sich vielleicht in diesem Gremium engagieren wollen? Oder denken eigentlich, dass das wohl nichts für Sie ist? Lesen Sie trotzdem weiter – vielleicht erleben Sie ja noch eine Überraschung…

Was macht eigentlich der GKR und wofür ist er zuständig? Einen kleinen Einblick bekommen Sie in unserer Artikelserie.

Ob Sie dazu überhaupt etwas Sinnvolles beitragen können, fragen Sie sich? Dazu haben wir einen kleinen Test vorbereitet. Lesen Sie die Aussagen durch und kreuzen Sie diejenigen an, denen Sie zumindest teilweise zustimmen können. Die Auswertung finden Sie weiter unten. Falls Sie den Test lieber auf Papier ausfüllen, finden Sie hier den Download.

O Ich bin Mitglied unserer Gemeinde.

O Mir liegt unsere Gemeinde am Herzen und ich möchte sie an verantwortlicher Stelle mitgestalten.

O Ich bin bereit, die gesamte Gemeinde und nicht nur einzelne Bereiche oder Gruppen in den Blick zu nehmen – auch wenn die konkreten Fragen nicht unbedingt immer meinen eigenen Prioritäten entsprechen.

O Ich halte Gemeindeentwicklung und geistliches Gemeindewachstum für ein wichtiges Thema.

O Mir ist es wichtig, andere zu ermutigen.

O Ich arbeite gerne mit anderen zusammen und habe Freude an geistlicher Gemeinschaft, in der ich vielleicht auch neue Begabungen geschenkt bekomme.

O Ich kann mir eine Meinung bilden und sie vertreten, bin aber auch zu Kompromissen bereit und kann Mehrheitsentscheidungen akzeptieren.

O Mich interessiert der Blick hinter die Kulissen, ich kann aber vertrauliche Informationen für mich behalten.

O Ich kann ab November 2019 für einen längeren Zeitraum regelmäßig Zeit zur Verfügung stellen (monatliche Sitzungen, monatlicher Kirchendienst plus Zeit für weitere übergenommene Aufgaben – individuell unterschiedlich)

Haben Sie (fast) alle Aussagen angekreuzt? Dann möchten wir Sie einladen, Kontakt mit der Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats Cornelia Büdel, einem anderen GKR-Mitglied oder Pfarrer Ralf Döbbeling aufzunehmen.

Sie haben nicht alle Aussagen angekreuzt, wollen sich aber gerne weiter damit beschäftigen? Oder haben noch andere Fragen? Auch dann würden wir uns über ein Gespräch freuen. Oder Sie melden sich zu einem Praktikum im GKR an, also der Teilnahme an einer Sitzung, um sich selbst ein Bild zu machen.

Wir freuen uns auf Sie!
Für den Gemeindekirchenrat: Cornelia Büdel