Mit einem farbigen und abwechslungsreichen Orgelspaziergang über drei Tage gastiert der gebürtige Hallenser Wieland Meinhold aus Weimar in verschiedenen Kirchen:

So beginnt er am Freitag, dem 15. Oktober um 19 Uhr in der Kath. Kirche St. Norbert Halle-Giebichenstein (Körnerstraße 19) mit „G. Ph. TELEMANN + charmantes Frankreich“
Der erfolgreiche Georg Philipp Telemann gepaart mit Pracht, Eleganz und Klangsinn der Pariser Orgelkunst von Dandrieu, Nivers, Rameau, Clérambault. Aber die Orgel verlangt mehr: Einen Ausflug in die Klangpracht französischer Orgelmusik mit Dupont, Benoit und dem weltberühmten Sortie von Léfebure-Wély!

Gleich drei aufeinanderfolgende Orgelstationen gibt es am Samstag, dem 16. 10.:

  • Part I um 16 Uhr in der evang. Laurentiuskirche mit „Bach + Italienischer Barock“. Der Anfang verspricht eine lebendige virtuose Hörreise nach Italien mit Temperament. In Weimar 1710 bzw. 1714 geboren, wartete auf die späterhin berühmten Bach-Söhne Wilhelm Friedemann und Carl Ph. Emanuel eine berufliche Laufbahn mit spannenden Stationen in Halle, Berlin, Dresden und Hamburg. Die kompositorische Raffinesse und mathematische Gediegenheit, die den stilleren Sohn W. Friedemann (den „Hallenser“ Bach) auszeichnete, wirkt erst heute bewundernd nach, während der Zweitgeborene am preußischen Hof und in der großen Hansestadt bereits zu Lebzeiten Triumphe feierte. Seine feine Eleganz sowie innewohnende lebendige Muszierlust hinterließ den Tasteninstrumenten Cembalo und Orgel einen unermeßlichen Schatz.
  • Part II um 17 Uhr in der ev. Bartholomäuskirche mit „Musica Scandinavia – Orgelromantik aus dem Norden“. Der nördliche Teil Europas, der sich für viele Menschen hierzulande mit großer Sehnsucht nach unberührter Natur, intakter Gesellschaft und atemberaubender Landschaft verbindet, hat auch eine stille, aber intensive Musikkultur. Gade, Langaard, Matthison-Hansen in Dänemark, Lindberg, Hägg in Schweden, Grieg und Sibelius in Norwegen und Finnland sowie Leifs in Island, das sind nur einige der klangvollen Namen. Nicht immer ist ist die Musik Skandinaviens elegisch, die Festlichkeit kommt vielleicht der britischen Seele nahe. So sind die Choralbearbeitungen, Fantasien, Präludien und Tonsätze kostbare Stimmungsbilder aus einer Kultur, die sich nie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit befand. Das macht ihre unglaubliche Beliebtheit aus. Geheimnisvolle Werke aus allen fünf skandinavischen Ländern erklingen auf der historischen Rühlmann-Orgel.
  • Part III abschließend an jenem Tag um 18 Uhr in der ev. Petruskirche (Kröllwitz) mit „Händel & festliches England“ – Was haben die alten Briten und Händel miteinander zu tun? Zugespitzt: Der Deutsche aus Halle an der Saale ist ihr größter Komponist! Den Drang Englands nach festlicher Musik erfüllte der schwergewichtige Barockkomponist nicht nur mit der Feuerwerks- und Wassermusik, seine oppulenten Oratorien in St. Pauls Cathedral waren für die Londoner Anlaß genug, ihn auf dem „silbernen Tablett“ zu tragen. So werden Orgelbearbeitungen von Händel mit Originalwerken alter Meister wie Tallis, Philips, Morley, Greene, Stanley, Bull, Boyce und Purcell gepaart vorgetragen. Immer steht bei den Fantasien, Preludes, Airs, Trumpet tunes und Voluntarys eine gemessene Würde im Vordergrund. Händels Largo, seine Ouvertüre und Doppelfuge g-Moll aber auch die berühmte Pifa und Sarabande und Sätze aus der „Wassermusik“ dürften ihre Wirkung auf der Orgel ebenso wenig verfehlen.

Abschluß wird am Sonntag (17. 10.) um 17 Uhr in der Kath. Dreieinigkeitskirche (Lauchstädter Straße 14b, Nähe Südfriedhof) sein: Dort verbindet Wieland Meinhold an der großen Orgel  das „Wunder Wolfgang Amadeus Mozart“ mit grandioser Romantik von Franz Liszt.

Am Ausgang wird jeweils um eine großzügige Spende gebeten.