Montagsgespräch mit Bischof Friedrich Kramer

Am Montag 27.04. stellt sich in der Reihe der Montagsgespräche in der Pauluskirche der Landesbischof und Friedensbeauftragte des Rates der EKD Friedrich Kramer den Fragen des Publikums.

Fragen zu Krieg und Frieden, zum Verhältnis zur AfD, zur Aufarbeitung der Corona-Zeit, zu Missbrauchsfällen in der Kirche oder zu Zukunftsfragen von Kirche und Gesellschaft werden dabei ihren Platz haben. Der Pressesprecher der Diakonie Mitteldeutschlands Frieder Weigmann wird dieses Gespräch moderieren.

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr in der Pauluskirche (nicht wie sonst im Paulus-Gemeindehaus). Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Montagsgespräch „Zivilgesellschaft unter Druck“

Am Montag 16. März um 20 Uhr spricht in der Reihe der Montagsgespräche im Paulus-Gemeindesaal der Magdeburger Historiker und Rechtsextremismus-Experte Pascal Begrich angesichts der anstehenden Kommunalwahlen in Hessen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern und dem in diesem Zusammenhang zu erwartenden omnipräsenten Dauerwahlkampf der AfD, wie der dominanten Erzählung über die bereits „verlorene“ offene Gesellschaft mit zahlreichen und vielfältigen Geschichten des demokratischen Engagements entgegengetreten werden kann und was bei Wahlsiegen oder einer Regierungsbeteiligung rechtsextremer Parteien vor Ort auf dem Spiel steht. Wie können demokratische Akteure der Zivilgesellschaft – insbesondere in den ländlichen Räumen – sichtbarer werden, wie können sie ermutigt und unterstützt werden? Das Gespräch wird moderiert von Curt Stauss.

Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es auf der Website der Paulus-Gemeinde.

Tagsüber bin ich woanders

Foto: Michaela Herrmann

Einmal in der Woche 12.00Uhr halte ich in der Wärmestube im Steinweg ein kleines Mittagsgebet mit den Gästen und Mitarbeitenden, die gerade da sind. Diese Andacht ist fester Bestandteil des Tages an diesem Ort. Für manche Gäste das Signal, eine Zigarette rauchen zu gehen, für andere ein Stück Brot „in Wüstennot“. Gemeinsam sprechen wir zu Beginn: „Der Tag ist seiner Höhe nah, nun halte lauschend still…“

Einige Besucher:innen kenne ich, sie sind oft da, genießen Gemeinschaft, freuen sich über ein günstiges Mittagessen und lassen die Heizung zu Hause aus um Geld zu sparen. Andere sehe ich zum ersten Mal: Die Freundin oder die Vermietung hat sie frisch vor die Tür gesetzt oder sie sind auf der Durchreise nach Berlin oder Hamburg oder sie sind gerade aus dem Gefängnis entlassen worden.

Die Wärmestube steht für sie alle wochentags von 10.00 bis 15.30 Uhr offen, sie ist ein warmer, sicherer Ort. Hier wird man nicht aufgescheucht oder weggeschickt, bekommt keine blöden Kommentare und kann das Handy aufladen. Ausgestattet ist die Wärmestube mit einer Waschmaschine, einem Bad mit Dusche, einem Kleiderlager, einer Musikanlage und einem Fernseher, einer Küche mit Industriegeschirrspüler und Tischtennisschlägern für den Sommer.

Ein paar Eingänge weiter befindet sich die Sozialberatung der Evangelischen Stadtmission Halle. Die beiden Sozialarbeiter beraten bei Verschuldung, drohendem oder tatsächlichem Wohnungsverlust, helfen, Unterlagen zu beantragen oder Formulare auszufüllen, können mit einem Straßenbahn-Ticket oder einem Lebensmittel-Notpaket aushelfen, stellen Postadresse und –fächer für wohnungslose Menschen zur Verfügung oder vermitteln an andere Institutionen. Der Andrang ist enorm, Tendenz steigend. Für den Betrieb der Wärmestube sind sie letztlich auch noch verantwortlich.

tagsüber bin ich woanders (hier bin ich nur nachts) ist der Titel einer aktuellen Ausstellung im Stadtmuseum Halle. Untertitel: Wohnungslosigkeit und unsicheres Wohnen in Halle. Studierende der Kunsthochschule, Studiengang Kommunikationsdesign/ Schwerpunkt Fotografie haben sich auf die Anfrage von Heiko Wünsch, dem Leiter der Sozialberatung und Wärmestube, intensiv und behutsam mit Betroffenen und Hilfe-Einrichtungen beschäftigt. Das Ergebnis macht deutlich: Das Thema Wohnungslosigkeit gehört nicht in eine dunkle Schmuddelecke, sondern stellt einen Teil des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt Halle dar. Im Begleitheft zu der Ausstellung sagt mein Kollege Heiko: „Wenn wir verstehen, dass jeder Mensch einmal fallen kann, wäre es besser möglich, dass wir in diesen Momenten aufeinander achten, einander die Hand reichen und uns nicht abwenden. Dann entsteht aus Mitgefühl Stärke, aus Gemeinschaft Hoffnung – und aus dem Fallen ein Wiederaufstehen.“ Ein Besuch der Ausstellung ist bis zum 31. Mai 2026 möglich und sehr zu empfehlen.

Menschen, die auf der Strasse leben, sind auf die Solidarität untereinander und auf die Unterstützung von Vorübergehenden angewiesen. Auch die großartigen Angebote des Kälte-Busses „Vier Jahreszeiten“ sind eine große Hilfe. Dennoch ist das Problem zunehmender Wohnungslosigkeit und Verarmung nicht allein durch menschliche Güte und engagierte Wohlfahrtsverbände aufzufangen und zu lösen. Im März 2024 gründete sich im Saal der Evangelischen Stadtmission das Bündnis Wohnungslosigkeit überwinden. Darin arbeiten nicht nur freie Träger und Betroffene mit, sondern auch Wohnungsgesellschaften, das Jobcenter, der Soziale Dienst der Justiz, das Sozialamt und das Haus der Wohnhilfe. Mutige Politiker in Berlin haben vor ein paar Jahren das Ziel ausgegeben, dass es im Jahr 2030 in Deutschland keine wohnungslosen Menschen mehr geben soll. Das Bündnis sucht nach Strategien, strukturellen Verbesserungen und einer wirkungsvolleren Zusammenarbeit von Akteuren, um sich diesem Ziel zumindest etwas anzunähern.

In jedem Fall braucht es die Wärmestube im Steinweg noch ein paar Jahre als sicheren Zufluchtsort, als Raum, der Gemeinschaft ermöglicht und allen Gästen gleichermaßen Würde verleiht. Die Arbeit der Wärmestube kann gerne durch Sachspenden unterstützt werden.

Am Ende des Mittagsgebetes segne ich alle Anwesenden. Ein würdevoller Blick auf die Menschen ohne Zuhause, Interesse an der Ausstellung oder eine Notiz auf dem Einkaufszettel lassen Gottes Segen spürbar werden.

Michaela Herrmann

Weltgebetstag am 6. März

Wie jedes Jahr feiern am ersten Freitag im März Menschen in über 150 Ländern der Erde den Weltgebetstag und dies schon seit gut 100 Jahren. Dieses Jahr hören wir die Stimme aus dem afrikanischen Land Nigeria. „Kommt! Bringt eure Last“ lautet das hoffnungsverheißende Motto, angelehnt an Matthäus 11,28-30.

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas – vielfältig, dynamisch und voller Kontraste. Dank der Öl-Industrie ist das Land wirtschaftlich stark, mit boomender Film- und Musikindustrie. Reichtum und Macht sind jedoch sehr ungleich verteilt. Das facettenreiche Land ist geprägt von sozialen, ethnischen und religiösen Spannungen. Korruption, Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie und Klimawandel führen zu Hunger, Armut, Perspektivlosigkeit und Gewalt.

Hoffnung schenkt vielen Menschen in dieser existenzbedrohenden Situation ihr Glaube. Diese Hoffnung teilen uns christliche Frauen aus Nigeria, die den ökumenischen Gottesdienst vorbereitet haben, mit – in Bildern, Gebeten, Liedern und berührenden Lebensgeschichten.

Ganz herzlich lädt das regionale Vorbereitungsteam Halle-Mitte Sie am Freitag 6. März um 18 Uhr in die Propsteikirche am Elisabeth-Krankenhaus zum Weltgebetstag ein. Es ist eine Einladung zur Solidarität, zum Gebet und zur Hoffnung. Seid willkommen, wie ihr seid. Kommt! Bringt eure Last.

Nach dem Gottesdienst gibt es ein gemütliches Beisammensein bei landestypischen Speisen im Gemeindesaal.

Unser Vorbereitungsteam besteht aus engagierten Frauen unterschiedlichen Gemeinden und trifft sich zweimal im Jahr, um diesen ökumenischen Gottesdienst vorzubereiten.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir freuen uns, wenn wir eine Vertreterin aus der Bartholomäus-Gemeinde in unserer Mitte begrüßen können. Kommen Sie einfach nach dem Gottesdienst auf uns zu.

Christiane Arnold

Buchvorstellung „Gedenken neu denken“

Am Montag, den 9. Februar, stellt Susanne Siegert ihr Buch „Gedenken neu denken“ um 18 Uhr in der Gedenkstätte Roter Ochse vor.

Aus der Einladung: Unsere Erinnerungskultur muss sich verändern. Wie und warum, legt Susanne Siegert, die Gewinnerin des Grimme Online Awards für ihren TikTok-Kanal @keine.erinnerungskultur, in ihrem Buch dar. Sie plädiert für eine pluralistische, neue Gedenkarbeit mit einem Schwerpunkt auf der Verantwortung der Nachfahren der Tätergeneration anstelle unserer „einstudierten“ gemeinsamen Rückschau mit den Opfern.

Im Anschluss gibt es eine Diskussion über die Rolle von Social Media für die Vermittlung von Geschichte, über die Frage, wie sich Gedenkarbeit demokratisieren lässt und wie Gedenkstättenarbeit aussehen könnte, die dieses Anliegen unterstützt.

Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland, der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und der Gedenkstätte Roter Ochse.

Mehr Informationen gibt es auf der Website der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland.

Wohin mit meiner Wut?

Am Mittwoch 11. Februar bietet das CVJM-Familienzentrum um 19.30 Uhr im Bartholomäus-Gemeindehaus den Themenabend „Wohin mit meiner Wut?“ an.

Wenn Kinder wie Rumpelstilzchen mit den Füßen aufstampfen und Eltern auf die Palme gebracht werden, geht es meist hoch her. Gefühle wie Wut, Ärger und Frust bahnen sich lautstark ihren Weg. Wir ergründen Möglichkeiten, in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben und langfristig andere Möglichkeiten zu erarbeiten, mit Wut und Ärger umzugehen – bei uns und den Kindern.

Referent: Reinhard Grohmann

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist aber erforderlich. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der FAZ-Website.