Am 26. Juni beging das Christliche Studentenhaus Röderberg, kurz „der Röderberg“, sein 20jähriges Bestehen. Der Röderberg ist für unsere Hausgemeinschaft von besonderer Bedeutung: Viele von uns haben zu unterschiedlichen Zeiten dort gewohnt und erste Erfahrungen mit dem Projekt „‚gemeinsames Leben“‚ gemacht. Diese Erfahrungen waren so prägend, dass wir nach einer Fortsetzung gesucht haben, die sich auch mit Beruf und Familie leben lässt. So entstand die Idee einer Hausgemeinschaft. Auch heute noch sind wir dem Haus und seinen jeweiligen Bewohnern eng verbunden, wie sich beispielsweise in unserem traditionellen gemeinsamen Hausabend einmal pro Semester zeigt.

Das Jubiläum startete mit einem Festakt in der Kirche, den Frieder Weigmann moderierte und die derzeitige WG musikalisch gestaltete. Den Festvortrag hielt Wolfgang Kubik, der den Röderberg fast seit Gründung kennt. Wolfgang Kubik machte deutlich, dass gerade in Zeiten von Bologna Studienhäuser ein Ort sein können, in dem die Studierenden jenseits von Fachdisziplinen gesellschaftsrelevante Tugenden lernen, etwa unvorhersehbaren Zumutungen zu bewältigen, Kompromisse einzugehen und Verantwortung wahrzunehmen. Diese „Tugenden des gemeinsamen Lebens“, wie Wolfgang Kubik sie nannte, seien auch für das Leben in den Kirchengemeinden wichtige Schlüsselqualifikationen. Bestätigt wurden diese Thesen in den anschließenden Statements von ehemaligen und jetzigen Röderberg-Bewohnern, die anschaulich schilderten, welche Auswirkungen ihre Zeit im Röderberg auf ihr jetziges Leben hat. Grußworte sprachen Reinhard Rüger, der als Architekt die Sanierung des Röderbergs in den Gründungsjahren begleitet hatte, sowie der neue Superintendent des Kirchenkreises, Hans-Jürgen Kant. Michaela Herrmann gestaltete den geistlichen Abschluss des Festaktes.

Beim anschließenden Straßenfest im Röderberg war beim reichlich ausgestatteten Kuchenbuffett Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch. Von den über 70 ehemaligen Bewohnern waren einige aus allen Ecken Deutschlands (von Hamburg bis Stuttgart) angereist. Die WG hatte einen Posauenchor zusammengestellt und ein Quiz vorbereitet, bei dem es selbstgebackenes Brot zu gewinnen gab. Je später der Abend wurde, desto mehr entwickelte sich das Jubiläum zu einem rauschenden Sommernachtsfest mit Volkstanz auf der Straße und endete spät in der Nacht am Lagerfeuer.

Iris Hinneburg