13. Apr. 2026 | Allgemein
„Das neue Gemeindehaus von St. Bartholomäus ist am gestrigen Nachmittag in Anwesenheit der staatlichen, kirchlichen und feierlichen Behörden feierlich seiner Bestimmung übergeben worden. Von der alten Kirche begab sich der Zug der Festteilnehmer unter Posaunenklängen zum Hauptportal des Gemeindehauses, wo die Schlüsselübergabe stattfand.“ Das berichteten die Halleschen Tageszeitungen über die Feierlichkeiten am 7. Februar 1926. Nach nur 9 Monaten Bauzeit übergab Gustav Wolff, selbst Mitglied des Gemeindekirchenrates und Bauleiter, den kunstvoll gefertigten Schlüssel an die Kirchengemeinde.
Gustav Wolff hatte mit seinem Schaffen auch an anderen Orten das Stadtbild mitgeprägt. Die Stadtbibliothek am Hallmarkt, die Haupttribüne der Pferderennbahn, Bank- und Geschäftshäuser sowie mehrere Villen gehen auf seine Entwürfe zurück.

Foto: Stadtarchiv Halle
Die Pläne zum Gemeindehaus hatten fast zehn Jahre in seiner Schublade gelegen. Schon 1916 standen die Entwürfe „für ein Gebäude auf unserem alten Kirchhof mit zwei Flügeln, die im stumpfen Winkel zueinander stehen, der eine Flügel für vier Jugendzimmer und einen Saal, der andere Flügel, der andere Flügel für drei Konfirmandenzimmer, Pfarrer- und Küsterwohnung und Steuerbüro bestimmt.“ So schreibt Pfarrer Manfred Roenneke an seine Gemeinde rückblickend im Januar 1926. Dass es so lange dauerte, bis aus dem Entwurf ein Haus wurde, hatte – weiß Gott! – nicht an ihm gelegen! Ausdauernd und leidenschaftlich muss er sich für sein Haus eingesetzt haben. Wer will, kann die Aufzählung immer neuer Hindernisse und die wiederholte Bitte an die Gemeinde, nicht die Geduld zu verlieren, im Archiv der Phoebe nachlesen.
Da war zunächst die dramatische Weltlage: „Der schlimme Ausgang des Weltkrieges lähmte die Entschlußfreudigkeit völlig. Erst zwei Jahre nach dem Kriege trat angesichts des sich gottlob steigernden kirchlichen Bedürfnisses und der erhöhten kirchlichen Regsamkeit die Bauangelegenheit wieder in den Vordergrund.“ Ein Gemeindebauhausverein wurde 1922 ins Leben gerufen. Dann machte die Inflation die Pläne zunichte. Geld von öffentlichen Institutionen kam ohnehin nicht oder nur spärlich. An manche Türen hatte der Pfarrer geklopft: „Als ich mich anfangs des vorigen Jahres in Halle, Merseburg, Magdeburg, Berlin an staatlichen, an Provinzialstellen, sowie bei Privaten nach einer Bauhypothek umtat, alles mit negativem Erfolg, erfaßte mich die Mutlosigkeit.“ 1924 stand eine Hypothek in Aussicht, die aber nur zu bekommen war, wenn die Liegenschaften der Gemeinde an Acker verpfändet würden – ausgeschlossen! Schließlich machte ein Jahr später ein Darlehen von der Ruhegehaltskasse der Rechtsanwälte den Baubeginn schließlich doch möglich. Im Mai desselben Jahres konnte der Grundstein für den sogenannten „Saalflügel“ gelegt werden.

Foto: Stadtarchiv Halle
Und dann die Probleme auf der Baustelle! Nach den Arbeiterkämpfen wurden Bauarbeiter ausgesperrt und fehlen – ausgerechnet im Sommer, während der besten Bauzeit! Kurzfristig ändern sich Nutzungsziele und fordern Flexibilität: Das Dachgeschoss soll nun doch eine Wohnung für die Gemeindeschwestern beherbergen, statt Holz- braucht es plötzlich Stahl-Balken. Die „männliche Jugend“ soll einen eigenen Raum erhalten. Ein strenger Winter verlangt nach besonders vielen Kohlen, um die Räume zu trocknen… Doch dann steht der Bau. Zehn Jahre lang ein Wunsch, war er nach rekordverdächtigen neun Monaten und aller Hindernisse zum Trotz fertig!
Und wie schön er geworden war! „Unser Bestreben war es, möglichst solide zu bauen. Deshalb haben wir dem Mauerwerk eine angemessene Stärke gegeben, haben uns an bestes Baumaterial gehalten und bei aller Sparsamkeit versucht, das Zweckmäßige würdig und künstlerisch schön zu gestalten. Man beachte den Rhythmus, der in der Gestaltung des Saales in Erscheinung tritt, die Gliederung der Wände, die auch akustischen Zwecken dienen soll, die Formung der Beleuchtungskörper, welche die Richtung zum Rednerpult und zur Bühne betonen wollen, die auf einander abgestimmten Farbentöne, die erst nach reichlicher Überlegung gewählt sind und die den Räumen den Charakter des Edlen, wiederum auch des Behaglichen und Trauten zu geben vermocht haben.“
In der Weiherede heißt es: „Wir wünschen diesem Haus, dass es bewahrt bleiben möge vor Feuersbrunst und Kriegsgefahren, und dass es noch nach Jahrhunderten späteren Geschlechtern erzählen möge, wie die Kirchgemeinde St. Bartholomäus auch in schwerster Not kein Opfer gescheut hat, in großzügiger und vorbildlicher Weise für die Pflege der Jugend und die Förderung lebendiger evangelischer Gesinnung zu sorgen.“ Und: „Mit dem heutigen Tag fängt das eigentliche Bauen erst an, nicht aus Holz oder Stein, sondern aus Menschenseelen.“
Herzlichen Glückwunsch, liebes Gemeindehaus!
Katharina Lipskoch
10. Apr. 2026 | Allgemein
Was macht das Kirchencafé-Team genau?
Wir bieten eine Möglichkeit, sich nach dem Gottesdienst zu treffen und Gespräche zu führen. Dazu bereitet das Kirchencafé-Team das Café vor: Tische und Stühle stellen, Tischdeko, Büfett herrichten mit Kaffee, Tee, Gebäck, Saft. Und hinterher räumt das Team wieder auf.
Was macht dir an deinem Dienst am meisten Freude?
Es ist immer wieder schön, die Dankbarkeit der Besucher zu erleben. Außerdem können im Kirchencafé immer wieder Kontakte gepflegt und neu geknüpft werden. Es macht immer Freude, anderen Menschen die Möglichkeit zur Begegnung zu bieten und auch selbst immer wieder Begegnungen zu haben.
Mit welchen Gaben ist man im Kirchencafé-Team genau richtig?
Geduld, Stressresistenz, viel Zeit nach dem Gottesdienst, Lust auf neue Bekanntschaften und Pflege alter Bekanntschaften. Und man sollte möglichst routiniert bei der Küchenarbeit sein.
Die Fragen beantworteten Andreas Schmalz und Birgit Pfeil.
Interesse, beim Kirchencafé-Team mitzumachen? Dann meldet euch einfach bei Annette Döbbeling per E-Mail.
17. März 2026 | Allgemein, Angedacht

Foto: Stadtarchiv Halle
Großzügigkeit, Schönheit, Vielfalt und Weite suchen und finden Menschen in der Natur. Oft wird ihre Qualität als Gegensatz zur Enge und Nützlichkeit von menschlichen Bauten und Siedlungen hervorgehoben. Das lautet dann verkürzt: was ich drinnen in der Stadt vergeblich suche, finde ich draußen in der Natur. Dabei gibt es solche Qualität und Verschwendung auch in unserer direkten Umgebung. Zugegeben könnte es mehr davon sein.
Mich begeistern immer wieder weite und schöne Räume. Mich laden beispielsweise Bahnhofshallen, Brücken, Kirchen und Stadien zum Verweilen ein. Ihre verschwenderische Großzügigkeit erfreuen mich.
Dagegen fallen viele Dinge in unserer Umgebung ab. Sie sind nützlich und funktional, aber sie inspirieren nicht. Man könnte sie ideenlos nennen. Als wenn ein Designer sagte: reicht doch! Mehr Mühe lohnt sich nicht. Hauptsache das Messer schneidet, die Jacke wärmt, die Brücke trägt. Und die Architektin einstimmt: Hauptsache das Dach ist dicht und das Haus fällt nicht ein.
Nicht doch! Ich wünsche mir mehr sprühenden Geist und mehr großzügige Ideenfreude. Dagegen entsetzt der Anblick eines Wohnhauses das wie ein übergroßes Regal für Wohnkartons aussieht. Ihm fehlt Neugier und Würde. Die Würdigung und Achtung des Sozialen. Wir wundern uns, wenn Menschen einander kühl und abschätzend begegnen. Sie antworten damit auf den Kontext, der sie wie ein steinernes Wort umgibt. Die Liebe zum Menschen knausert nicht und und hört nicht eher auf zu suchen, bis sie die volle schöpferische Großzügigkeit gefunden hat.
Am Anfang der Welt heißt es von Gott, dass er sein Schöpferwerk noch einmal betrachtet hat. Von Selbstgefälligkeit oder Eigenlob ist keine Spur. Es heißt lediglich: er sah, dass es gut war. Er war ästhetisch und funktional mit dem, was er geschaffen hatte, einverstanden. Es war nicht kleinlich eng gefasst. Wir staunen immer noch darüber. Die Kathedrale einer Buche oder die fliegende Leichtigkeit der Frucht eines Löwenzahns, der von der Pusteblume sich erhebt und freien Raum besiedelt. Sie symbolisieren Weite.
Wenn man nun vom Anfang der Bibel zu ihrem Ende springt und schaut, wie es wieder werden soll, so liest man: Siehe, ich mache alles neu! Es wird nicht repariert und restauriert, sondern es wird neu. Es wird wieder gut sein.
Ich finde, dass das schon der Qualitätsanspruch sein sollte, den wir anlegen. Wir sollten wieder selbstloser, großzügiger und verschwenderischer werden. Und wir sollten vor allem im Sozialen damit anfangen und bei allem, was dem sozialen Miteinander dient. Also Begegnungen und Gastfreundschaft liebevoll gestalten und auch Gemeindehäuser, Schulen und Spielplätze nicht kleinlich, sondern weiträumig planen. Angst und Missgunst schaffen Enge, aber Liebe gönnt und schafft weite Räume, gibt Freiraum zu leben.
Ralf Döbbeling
04. März 2026 | Teamtreffen
Herzliche Einladung ins Teamgeschehen der Maximäuse! Lern uns kennen, schau dir an, wie ein Kindergottesdienst abläuft und schnupper mal in die Themen rein, die uns bewegen. Für 2026 stehen folgende Termine fest:
- Samstag 21. Februar ab 9.30 Uhr Teambrunch im Café Kuckhoff
- Sonntag 8. März offener Maximäuse-Gottesdienst draußen im Gemeindehof (wir gehen gemeinsam aus dem Gottesdienst nach der Kindersegnung los)
- Samstag 11. April 16 Uhr: Treffen in den KiGo-Räumen, offen für alle Fragen, Infos und Materialsichtung
- Sonntag 14. Juni (nach dem Gottesdienst, ca. 12 Uhr) Sommerpicknick in Reichhardts Garten (mit Kindern und Partnern). Bringt gerne eine Decke, was Leckeres zum Teilen und Spiele mit und lernt uns kennen.
- Erste Dezemberwoche (Termin folgt) Teamtreffen im Advent abends bei Ina gemütlich zuhause
Bei Fragen oder Lust/ Zeit, an einem anderen Sonntag mal in den KiGo zu kommen, melde dich gern bei Ina (ina@eiffler.de). Wir freuen uns, dich kennenzulernen lernen und wenn du das Team bereicherst.
23. Feb. 2026 | Allgemein, Teamtreffen, Technik
Interessierst du dich dafür, wie wir unsere Technik einsetzen? Oder hast du Ideen/Vorschläge, was unsere Gemeinde technisch voranbringen könnte? Oder du willst einfach mal mit uns quatschen oder Fragen zur Technik stellen? Dann komm gerne bei einem unserer Treffen im Gemeindehaus vorbei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Kontakt: Technik@bartho.org
Der nächste Termin: Dienstag 23. Juni 19.30 Uhr
28. Jan. 2026 | Allgemein
Was macht der Segnungsdienst genau?
Je zwei Mitarbeiter des Segnungsdienstes stehen regulär zu den Sonntagsgottesdiensten zur Verfügung, um vorher den Gottesdienst „einzubeten“, also für den Gottesdienst, die Mitgestalter und sonstige Rahmenbedingungen zu beten.
Im Gottesdienst werden die Kinder, bevor sie in ihren eigenen Gottesdienstteil gehen, persönlich gesegnet und auf Wunsch erhalten auch die begleitenden Eltern einen Segensspruch.
Nach dem Gottesdienst stehen die Mitarbeiter dann im Turmraum im privaten Bereich zur Verfügung, um mit und für jemanden zu beten, sie/ihn zu segnen oder einfach auch nur zu danken.
Was macht dir an deinem Dienst am meisten Freude?
Für mich ist das Faszinierendste die (Erwartungs-)Haltung der Kinder. Sie kommen ganz frei und offen und erwarten etwas zu bekommen, das nichts Materielles ist. Und sie nehmen „nur“ den Segen mit und in den Gesichtern ist etwas Unbeschreibliches – Zufriedenheit.
Mit welchen Gaben ist man beim Segnungsdienst genau richtig?
Jeder kann beten und segnen. Das ist uns einfach gegeben. Wenn man sich angesprochen fühlt, jemanden etwas Gutes zuzusagen, Heil zuzusprechen, empfangene Worte weiterzugeben, oder manchmal auch nur zuzuhören, dann sollte man es auf jeden Fall mal ausprobieren und gerne mitmachen.
Die Fragen beantwortete Frank Jokelle. Interessenten können sich gerne an das jeweilige Sonntagsteam wenden.