Erinnerung: Gemeindevormittag am 30.08.

Wie bereits angekündigt, wird am Sonntag, den 30.08. nach dem Gottesdienst ein Gemeindevormittag stattfinden. Dabei soll es um die besondere Situation gehen, in der sich unsere Gemeinde Corona-bedingt befindet. Zu bedenken ist etwa:

  • Wie können wir Gemeinschaft ermöglichen, ohne Menschen zu gefährden?
  • Wie können Familien und Kinder wieder besser teilhaben?
  • Was bedeutet es, eine Beteiligungsgemeinde in Krisenzeiten zu sein?
  • Welche neuen Formen können wir denken?
  • Wie wäre es, wenn die Situation heute der Beginn einer Erneuerung unserer Gemeinde wäre?

Am Anfang des Sommers haben Cornelia Büdel und Ralf Döbbeling bereits Impulse zu diesen Fragen veröffentlicht. Lassen Sie sich einladen, darüber und über alles, was Ihnen dabei auf dem Herzen liegt, beim Gemeinde-Vormittag ins Gespräch zu kommen. Wenn Sie bereits vorab Ideen und Wünsche äußern wollen, melden Sie sich gerne beim GKR.

Gottesdienste in Corona-Zeiten

Weil wir mit unser aller Gesundheit und besonders mit der von Menschen aus Risikogruppen sorgsam umgehen wollen, müssen wir damit rechnen, dass uns die bisherigen Gottesdienst-Auflagen noch eine Weile erhalten bleiben.

Gleichzeitig wissen wir auch, dass diese Auflagen viel abverlangen: Vielen fehlt das gemeinsame Singen, das Abendmahl oder die Kindersegnung. Besonders für die Familien ist die Situation hart, wenn Kindergottesdienste nicht stattfinden und gleichzeitig der Gottesdienst in der Kirche für die Kinder unattraktiv ist und es zu viel Kraft kostet, die Kinder dabei bei Laune zu halten. Für Eltern ist es dann oft schwierig, mit so viel Aufmerksamkeit beim Gottesdienst zu sein, wie sie es eigentlich wollen.

Trotzdem – wir brauchen einander. Schon seit einiger Zeit denken wir darüber nach, wie Gemeinschaft trotz Corona möglich sein kann. Was bedeutet es eine Beteiligungsgemeinde in Krisenzeiten zu sein? Lassen Sie uns diese Zeit zum Anlass nehmen, unseren Glauben zu hinterfragen. Das Entscheidende sind die Beziehungen – die zu Gott und die untereinander. Die Formen des Glaubens dürfen oder müssen sich wandeln.

Wie wäre es, wenn die Situation heute der Beginn einer Erneuerung unserer Gemeinde wäre? Können und wollen wir uns das vorstellen? Sind wir für einen Aufbruch bereit? Oder wollen wir stattdessen den Verlust von liebgewordenen Traditionen betrauern, leugnen, trauern, zornig sein? Und dann?

Beteiligen Sie sich an einem Konzept für neue Gemeindeformen! Lassen Sie uns rückblickend dankbar sein für alles, was war, Abschied nehmen und dann aufbrechen! Wir können mutig sein und müssen nicht Angst haben – wir werden begleitet.

Welche Ideen und Wünsche haben Sie? Unsere erste Idee ist ein familienfreundlicher Open-Air-Gottesdienst am Sonntag 26.07. Lassen Sie sich einladen! Es soll aber nicht bei diesem einmaligen Test oder nur diesem Format bleiben. Wir wollen gerne neue Formen, Elemente, Räume, Ideen ausprobieren, die möglichst viele Menschen in (und vielleicht auch außerhalb) unserer Gemeinde mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ansprechen. Dabei brauchen wir Ihre Hilfe:

Wer einen Geistesblitz hat, schon länger einen Gedanken mit sich herumträgt oder irgendwo etwas entdeckt hat, was auch in Bartho passen könnte, sollte sich bei Ralf Döbbeling oder Cornelia Büdel melden. Beteiligen Sie sich und bauen Sie mit an einer neuen Kirche, in der sich auch noch nach Corona-Zeiten möglichst viele wohlfühlen können!

Ab September soll einmal im Monat eine neue Kindergottesdienstform ausprobiert werden. Wir dürfen gespannt sein und uns freuen. Wer hat Ideen für noch ganz andere Gottesdienste mit den Kindern?

Über die Anregungen, die uns erreichen, würden wir gerne gemeinsam ins Gespräch kommen und aus den Ideen konkrete Formate entwickeln. Dazu wird es am 30. August nach dem Gottesdienst einen Gemeindevormittag geben – herzliche Einladung an alle, die sich beteiligen wollen!

Für den GKR
Cornelia Büdel

Angedacht: Umformung als Verheißung

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. (Apg 2, 42)

Liebe Gemeinde,
Krisen verändern die Welt. Von vergangenen Krisen erfahren wir durch Geschichtsbücher oder autobiographische Berichte. Wir können daraus lernen, aber ändern oder umkehren können wir ihren Verlauf nicht mehr. Vieles davon beeinflusst uns bis heute und entsetzt uns sogar. Wir werden unsere eigenen Geschichten schreiben und dabei auch nicht ohne Schuld und Trauer bleiben. Aber auch nicht ohne Freude und dankbares Staunen.

Die konkrete Situation durch die weltweite Verbreitung des Virus verändert unseren Alltag, die Art, wie wir arbeiten, fühlen, glauben und kommunizieren. Dabei gibt es nicht nur eine Richtung, in der Art von „Not lehrt beten“. Wir erkennen eine Vielzahl von widersprüchlichen Reaktionen: Angst, Skepsis, Tatendrang, Bevormundung. Vor allem merken wir, dass Distanz und Nähe, mit einem Wort Gemeinschaft, ganz neu bedacht und ersehnt wird.

Erfahrungen hatten wir damit schon vorher. Räumliche Distanz bedeutete nicht unbedingt emotionale Distanz. Und gemeindliche Nähe konnte mit einer distanzierten Haltung gegenüber der Institution Kirche einhergehen. Das lässt vermuten, dass die neue Lage nicht weniger komplex ist.

Einfache Lösungen wie die Analyse, dass die Bedeutungslosigkeit der Kirche die Quittung dafür ist, dass die Christen nicht die religiösen Bedürfnisse der (post-)modernen Menschen ansprechen, oder genau umgekehrt, sich nur an Themen der Gesellschaft anpassen, greifen zu kurz. Gegenwärtig verspricht die Evangelische Kirche in Deutschland als neue Reform, mit neuen Reformpapieren und Reformprozessen zurückhaltender umgehen zu werden.

Aber was bedeutet das für die Christen vor Ort, die von ihrem Glauben Zeugnis ablegen, sich miteinander treffen, (Abendmahl) feiern und Gemeinde für andere sein wollen?

Wie gesagt, die Situation ist komplex und daher werde ich hier auch keine vereinfachende Antwort versuchen. Aber die Kennzeichen der Kirche, die oben im Zitat der ersten Gemeinde in der Apostelgeschichte stehen, sind dafür ein Leitvers. Tun, was wir immer getan haben, und gleichzeitig neue Formen dafür suchen, denn ansonsten sprengen die Kräfte der jetzigen Verwandlung den bewährten Rahmen. Dabei werden wir Fehler machen und manches nur schmerzlich lernen, aber wenn wir uns nicht gemeinsam auf den Weg machen, dann machen wir alles verkehrt. Dazu werden wir alle Begabungen, alle Gebete, alle Kräfte, alle Kritik, die wir bekommen können, brauchen. Und ich bin zuversichtlich, dass die Erkenntnis, ecclesia semper reformanda, auch ihre Verheißung preisgeben wird. Eine Kirche, die sich in einem ständigen Umformungsprozess befindet, behält ihren Glanz und wird krisenfest sein.

Ihr Pfarrer
Ralf Döbbeling

Angedacht: Was fehlt?

Foto: Jörg Lipskoch

Kinder, Großeltern, Freunde, Sportskameraden, Geschwister, sogar die Zahnärztin; alle fehlen. Was uns fehlt ist eigentlich, wer uns fehlt. Menschen fehlen uns. Manche Gemeindeglieder, die sonst sonntäglich in der Kirche sind, habe ich schon wochenlang nicht mehr gesehen. Und ich vermisse sie. Achtung, Gemeinschaft, Gespräche fehlen.

Dabei ist mir die Notwendigkeit der Distanz vollkommen nachvollziehbar. Die jetzige Situation zeigt mir nur, wie wenig selbstverständlich Kontakte sind, wie wertvoll Begegnungen und Berührungen sind, die ich vorher selbstverständlicher genommen habe. Krisen sind schwerer auszuhalten, wenn keiner da ist.

Wenn mich in Zukunft jemand fragt: Was fehlt Dir? Und derjenige meint, ich könnte einen Mangel an Eisen, Bewegung oder Lebensfreude haben, dann werde ich an diese Zeit denken. Was im Frühjahr 2020 fehlte, waren die Menschen. Und auch zukünftig werde ich die Menschen suchen, wenn mir etwas fehlt.

Der Prediger im alten Testament spricht einen klugen Satz: „Zwei sind allemal besser dran als einer allein. Wenn zwei zusammenarbeiten, bringen sie es eher zu etwas. Wenn zwei unterwegs sind und hinfallen, dann helfen sie einander wieder auf die Beine. Aber wer allein geht und hinfällt, ist übel dran, weil niemand ihm aufhelfen kann. Wenn zwei beieinander schlafen, können sie sich gegenseitig wärmen. Aber wie soll einer allein sich warm halten? Ein einzelner Mensch kann leicht überwältigt werden, aber zwei wehren den Überfall ab. Noch besser sind drei; es heißt ja: »Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell.“ (Prediger 4, 9-12)

Deshalb ist es wichtig, wenn man sich in Neuland bewegt immer zu dritt zu sein, dann kann einer bleiben und einer Hilfe holen, wenn einer sich verletzt. Nur Beziehungen knüpft man nicht erst in Krisenzeiten. So wie man Beten nicht erst in der Not lernt. Damit sollten wir rechtzeitig beginnen und Menschen offen und freundlich begegnen und ihnen auch unsere schwachen Seiten zeigen. Die dritte im Bunde, sozusagen die rote Schnur, kann auch Gott sein, der dem Seil die Reißfestigkeit und wenn nötig auch die wieder anknüpfende Versöhnung ermöglichen kann.

Ich hoffe, dass wir bald wieder unbeschwert Gemeinschaft miteinander haben können. Doch bis dahin gibt es weiterhin unzählige Möglichkeiten, einander Zeichen unserer Freundschaft und Zuneigung zu geben, die nicht abgerissen sind. Nicht alles ist abgesagt. Sonne ist nicht abgesagt. Sommer ist nicht abgesagt. Baden ist möglich und Spielplatz wieder erlaubt. Beziehungen sind eingeschränkt, aber nicht abgesagt und Liebe auch nicht. Telefonieren ist nicht abgesagt ebenso wenig wie Briefe schreiben. Vieles, von dem wir sonst sagen, es fehle uns die Zeit dazu, ist nicht nur nicht abgesagt, sondern jetzt gerade besonders angesagt.

Als Jesus sich zu Himmelfahrt in sein Home Office zurückzog, hat er vorher die Jünger zu den Menschen gesandt: “Gehet hin und erinnert sie daran, dass ich bei euch bin alle Tage!” Wir bleiben in Verbindung!

Ralf Döbbeling

Termine nach den Sommerferien

Für alle, die längerfristig planen, hier schon ein paar Termine zum Vormerken:

  • In diesem Jahr ist die 20. „Nacht der Kirchen“ für Samstag, den 22. August geplant. Bitte informieren Sie sich aktuell auf der Website des Kirchenkreises oder in der Tagespresse.
  • Am Sonntag, den 06.09. feiern wir einen Familien-Gottesdienst zum Schulanfang. Eingeladen sind besonders alle Kinder, die eingeschult werden, und ihre Familien.
  • In diesem Jahr werden die Kinder-Bibeltage wieder in den Herbstferien stattfinden. Bitte vormerken: 21. bis 23. Oktober. Genauere Infos und Möglichkeiten zur Anmeldung gibt es nach den Sommerferien.