Neuigkeiten & Aktuelles

Gottesdienst am 12.01.

Foto: Iris Hinneburg

10.00 Uhr
1. Sonntag nach Epiphanias
Abendmahlsgottesdienst
Vikar Jakob Haferland

 

 

Informationen zu den Kindergottesdiensten

  • Bartholomäuse (Kinder von 0-2 Jahren, gemeinsam mit einem Elternteil, anschließend Predigtgespräch): findet regulär statt
  • Maximäuse (Kinder von 3-4 Jahren): bitte Ansagen beachten
  • BartholoBande (Kinder ab 5 Jahren bis zur 5. Klasse): findet regulär statt

Danach

Herzliche Einladung ins Kirchencafé!

Angedacht: Fürchte dich nicht – Gott ist nah

Weihnachten steht vor der Tür. Das ist nicht zu übersehen und zu überhören. Alles wird hergerichtet, dekoriert und schön gemacht. Lichter leuchten überall, was besonders in der dunklen Jahreszeit sehr schön aussieht. Von vielen höre ich, dass sie sich auf Weihnachten freuen: Familie treffen, endlich frei haben, nicht arbeiten müssen, nicht zur Schule oder zu Uni müssen. Ich merke, diese Erzählungen sind mit Erwartungen an besinnliche Tage und harmonisches Miteinander in Unbeschwertheit geknüpft – auch in meinen Gedanken.

Und doch gerade in den letzten Monaten haben mich Botschaften erreicht, die mich erschütterten. Ein guter Freund erleidet, fern von seiner Heimat in den USA, einen Schlaganfall als er hier ganz in unserer Nähe dienstlich unterwegs war. Ein Verwandter erkrankt an Krebs. Die Mutter einer Kollegin, eine Frau in meinem Alter, stirbt ganz unerwartet.

Das steht im krassen Gegensatz zu dem Lichterglanz überall und führt mir vor Augen, wie verletzlich ich bin. Es macht mir deutlich, dass beste Ausgangsituationen, Planung oder rechtzeitige Vorbereitungen keine Garantie für was auch immer bedeuten. Woher nehme ich meine Sicherheit? Ich bin eine, die Sicherheit braucht, sucht, sich wünscht bzw. sich danach sehnt. Kann ich das alles ausblenden nur weil Weihnachten ist?

Die Verse 57-59 aus Klagelieder 3 berühren mich in dieser Verletzlichkeit besonders. Denn der Beter da klagt: „Du nahtest dich zu mir, als ich dich anrief und sprachst: Fürchte dich nicht! Du führst, Herr, meine Sache und erlöst mein Leben. Du siehst, Herr, wie mir Unrecht geschieht; hilf mir zu meinem Recht.“

Das war zur Zeit des Alten Testaments nach der Zerstörung Jerusalems. Aber wie kann ich das heute sehen und was hat das mit Weihnachten zu tun?

An Weihnachten denken wir daran, dass Gott Mensch wurde. Er kommt uns nahe, indem er wurde wie wir. Er kann sehr wohl nachempfinden, was ich fühle und erfahre. Jesus war so ganz richtig Mensch. Und nachdem er gestorben und auferstanden war, versprach er: „Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Das gilt auch mir. Weihnachten ist so etwas wie eine jährliche Erinnerung, dass Gott sich mir naht, bei mir ist und ich mich deshalb nicht zu fürchten brauchen.

Wenn mich irgendetwas nach unten ziehen möchte, so wünsche ich mir, dass ich daran denken, wie der Beter der Klagelieder damals, zu rufen: „Ich rief aber deinen Namen an, Herr, unten aus der Grube,“ und wie eben dieser Beter zu erfahren: „und du erhörtest meine Stimme … Du nahtest dich zu mir als ich dich anrief und sprachst: fürchte dich nicht!“ Unabhängig von meiner Situation darf ich mich freuen und – wie wir auch schon in der Predigt zum 2. Advent ermutigt wurden – „mein Haupt heben“, weil Gott mir nahe gekommen ist, meine Sache sieht und sich ihrer annimmt.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein besonderes Weihnachtsfest: Wir dürfen uns gemeinsam freuen.

Sigi

Ehe-Alpha-Kurs

Im kommenden Jahr startet ein Ehealphakurs in der Bartholomäusgemeinde: sieben Themenabende plus ein Abschlussabend, die ab 4. Februar 14-tägig dienstags stattfinden.

Die Abende bieten ein leckeres Abendessen in schöner Atmosphäre und somit Zeit zu zweit als Paar. Außerdem gibt es kleine thematische Impulse und Zeit, die Gesprächsanregungen als Paar zu vertiefen.

Im Flyer finden sich alle Infos zu Anmeldung, Kosten usw.

Anmeldeschluss ist der 15.1.2020

Herzliche Grüße vom Mitarbeiterteam des Kurses

Ingrid & Stefan Werner, Hanna & Marcus Hager, Anne & Christoph Gauert

Termine für Senioren im 1. Halbjahr 2020

Der neue Flyer für die Seniorenarbeit ist erschienen. Jeweils einmal im Monat laden wir ein zu „Fit & beweglich“ sowie zum Gemeindetreff. Hier sind auch Nicht-Senioren zu den wechselnden thematischen Angeboten herzlich willkommen. Verschiedene Generationen können sich auch bei „Spiel und Begegnung“ treffen. Den Handzettel können Sie hier herunterladen, gedruckte Exemplare liegen in der Kirche und im Gemeindehaus aus.

Offener Bibelleseabend im 1. Halbjahr 2020

class=“size-thumbnail wp-image-10646″ src=“https://www.bartho.org/wp-content/uploads/2017/02/bibellesekreis_roggendorf-150×150.jpg“ alt=““ width=“150″ height=“150″ /> Foto: Roggendorf[/caption]

Der Offene Bibellesekreis widmet sich im 1. Halbjahr 2020 weiter den Themen, über die ausschließlich der Evangelist Lukas berichtet. Hier eine kleine Vorschau zu den Treffen, jeweils donnerstags um 19.30 Uhr im Gemeindehaus:

30.01.: Fischzug des Petrus (Lukas 5, Verse 1–11)
27.02.: Jüngling zu Nain (Lukas 7, Verse 11–17)
26.03.: Salbung Jesu (Lukas 7, Verse 36–50)
30.04.: Lieben und dienen (Lukas 10, Verse 25–42)
28.05.: Reicher Kornbauer (Lukas 12, Verse 13–21)
25.06.: Schicksal? (Lukas 12, Verse 54–59 und Lukas 13, Verse 1 – 9)

Gottesdienst am 22.12.

Foto: Iris Hinneburg

10.00 Uhr
4. Advent
Abendmahlsgottesdienst
Gottfried Muntschick

 

 

Informationen zu den Kindergottesdiensten

  • Bartholomäuse (Kinder von 0-2 Jahren, gemeinsam mit einem Elternteil, anschließend Predigtgespräch): findet regulär statt
  • Maximäuse (Kinder von 3-4 Jahren): findet regulär statt
  • BartholoBande (Kinder ab 5 Jahren bis zur 5. Klasse): findet regulär statt

Danach

Herzliche Einladung ins Kirchencafé!

Die Heilige Familie auf der Flucht

Der Evangelist Matthäus berichtet in seiner Weihnachtsgeschichte von der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. Neben dem Bericht des Matthäus gibt es apokryphe und außerbiblische Überlieferungen, Legenden und Wundergeschichten, die mit bestimmten geografischen Orten verbunden sind und denen bis heute ein Pilgerweg folgt. Auch die bildende Kunst verarbeitet bis in die Gegenwart das Motiv der Flucht der Heiligen Familie. Zudem gibt es archäologische, historische und kulturelle Befunde, die einen Blick in jene biblische Epoche ermöglichen.

Wann? Donnerstag 19.12.2019 19:00 Uhr

Wo? Franckesche Stiftungen, Englischer Saal (Haus 26)

Referent: Pfr. Sven Hanson

Männer-Stammtisch im Dezember

Liebe Männer,
am kommenden Montag, dem 16. Dezember um 20 Uhr ist unser letztes Treffen in diesem Jahr – wieder in der Gosenschänke.

Die letzten Wochen im Kalenderjahr sind gleichzeitig die ersten im Kirchenjahr. Ich möchte gern mit euch über Hoffnung reden: Was erhofft ihr euch für das kommende Jahr, was ist Hoffnung für euch, wozu braucht ihr sie …

Seid herzlich eingeladen,

Reinhard Grohmann

Weihnachtsoratorium in der Stadt

Was wäre die Advents- und Weihnachtszeit ohne das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach? Auch in diesem Jahr gibt es wieder verschiedene Gelegenheiten in der Stadt, sich am „Jauchzet, frohlocket“ zu erfreuen:

  • Mittwoch, 18. Dezember 2019, 19:00 Uhr, Pauluskirche: Kantaten I-III mit dem Stadtsingechor zu Halle
  • Dienstag, 24. Dezember 2019, 22:30 Uhr, Pauluskirche: Kantaten I-III mit der Pauluskantorei
  • Mittwoch, 25. Dezember 2019, 16:00 Uhr, Marktkirche: Gottesdienst mit den Kantaten I-III mit der Marktkirchenkantorei
  • Montag, 6. Januar 2020, 18:00 Uhr, Marktkirche: Gottesdienst mit den Kantaten IV-VI mit der Marktkirchenkantorei

Gottesdienst am 15.12.

Foto: Iris Hinneburg

10.00 Uhr
3. Advent
Predigtgottesdienst
Vikar Jakob Haferland

 

 

Informationen zu den Kindergottesdiensten

  • Bartholomäuse (Kinder von 0-2 Jahren, gemeinsam mit einem Elternteil, anschließend Predigtgespräch): findet regulär statt
  • Maximäuse (Kinder von 3-4 Jahren): findet regulär statt
  • BartholoBande (Kinder ab 5 Jahren bis zur 5. Klasse): findet regulär statt

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Herzliche Einladung ins Kirchencafé!

Einblicke in die Bartholobande

Foto: Anka Rappsilber

Wenn es in der Phoebe oder auf der Webseite Interviews zu lesen gibt, ist das üblicherweise eins mit einer bestimmten Person. Das ist hier ein bisschen anders: Wir haben nämlich einmal mehrere Kinder aus der Bartholobande befragt. Die Bartholobande, das ist der Kindergottesdienst für alle ab 5 Jahre bis zur 5. Klasse. Aus Datenschutzgründen kürzen wir die Namen ab.

Kommt ihr eigentlich gerne zur Bartholobande und würdet ihr das euren Freunden weiterempfehlen?
Der Tenor ist ein einstimmiges „Ja“. Übrigens auch bei der Frage, ob die Eltern es gut finden, wenn die Kinder zum Kindergottesdienst gehen.

Warum kommt ihr gerne?
N (m, 6 Jahre): Ich verstehe hier die Geschichten besser als im Gottesdienst für die Großen.
A (m, 9 Jahre): Und es ist hier auch nicht so langweilig wie in der Kirche.
L (w, 8 Jahre): Ja, hier werden die Geschichten immer interessant erzählt.
C (w, 10 Jahre): Außerdem macht die Bartholobande Spaß, hier gibt es immer etwas zu lachen.

Und was mögt ihr besonders?
T2 (m, 8 Jahre): Die Geschichten, die im Sand vorgespielt werden. [Anmerkung: Im Erlebnisraum gibt es eine kleine transportable Sandkiste, in der mit einfachen Hilfsmitteln wie Tüchern und kleinen Figuren biblische Szenen dargestellt werden können.]
A: Ich mag es auch, wenn die Geschichten wie in einem Theaterstück vorgespielt werden.
C: Und ich finde es schön, wenn wir Geschichten gemeinsam nachspielen, ich also auch selbst mitspielen kann.

Gibt es auch etwas, das euch nicht so gut gefällt?
Auch hier gibt es wieder ein einstimmiges Votum: Das Singen.

Was ist eure Lieblingsgeschichte aus der Bibel?
A: David und Goliath, weil sie starke Kämpfer waren
R (m, 11 Jahre): Moses und der Auszug aus Ägypten
L: Maria und Josef
C: Und insgesamt die Weihnachtsgeschichte.
T1 (w, 9 Jahre): Ich höre gerne die Geschichten von Josef, zum Beispiel als er von seinen Geschwistern in den Brunnen gestoßen wurde.
T2 : Besonders spannend finde ich Daniel in der Löwengrube oder Jakob und Esau.
C: Ich finde es auch gut, dass viele von den Geschichten nicht mit so einem Happy End aufhören.

Wie ist Gott für dich?
T1: Wenn ich verzweifelt oder traurig oder in Not bin, dann bete ich und dann kommt irgendwie Hilfe.

Vielen Dank für eure Antworten!

Die Interviews führten Anka Rappsilber und Antje Steinhardt.

Angedacht: Warten ist eine Bank

Der Advent ist die Zeit im Kirchenjahr, die in der Suche nach dem Grund unserer Fragen tiefer führt, uns zum Grund unserer Hoffnung leitet. Zu der Aussicht, dass Gott kommen wird, um den Menschen zu begegnen und sie zu erlösen. Der Advent erinnert an das Versprechen, dass Gott jetzt und überall bei uns ist. Der aber auch die Spannung erzeugt, zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir hoffen. Denn Bilder von Brandstiftung, unerwartet nahem Terror und der Vereinsamung in der Gesellschaft sind stark. Sie nagen an unserer Zuversicht. Manchem fressen sie die Kraft direkt aus der Seele.

Wir erleben den Advent als Zeit der Vorbereitung. Ein großes Fest erwartet uns und wird für die Lieben vorbereitet. Der Advent wird aber nichtsdestoweniger genau deshalb als eine kritische Zeit erlebt. Auf der einen Seite warten Christen ständig auf Zeichen Gottes. Warten ist jedoch ein riskantes Unterfangen. Leicht fangen wir an zu glauben, dass wir uns irren. Zweifeln, dass Gott kommen wird.

Wenn wir auf etwas warten – eine Tram, den Brief eines Freundes – warten wir erwartungsvoll. Wir leben in der Schwebe. Sind noch nicht im Land der Erfüllung gelandet. Unserer Hoffnung kann etwas zustoßen. Minuten, Stunden, Tage vergehen. Manchmal sogar noch mehr Zeit. Und es wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher, dass noch etwas eintritt und die Erfüllung kommt.

Wann setzt sich der Freund neben das Mädchen? Hat er vielleicht geschrieben, dass er sich verspätet, weil er die Tram verpasst hat? Ist er am falschen Ort? Hat sie die Zeit falsch verstanden? Wo bleibt er nur?

Eine Hoffnung darf nicht immer Hoffnung bleiben. Eine Hoffnung ist nur Wert der Hoffnung, wenn sie eintritt. Was aber, wenn aber das erhoffte Ergebnis nicht eintritt? Der Freund das Mädchen versetzt. Sich windet, er habe in der Aufregung den falschen Bus genommen. Könnte zumindest sein, wie unwahrscheinlich es auch ist.

Es kann sein, dass die Erfüllung anders aussieht als die Aussicht darauf. So wie Erwartungen nicht mit dem erfüllt werden, was wir wünschen, sondern was wir brauchen. In der Weihnachtsgeschichte ist es ja auch so, dass man den Verdacht behält, Gott habe den falschen Bus genommen und sei verfrüht in Bethlehem ausgestiegen, wo die Häuser dunkel sind, am Rande der Welt, bevor er noch in der glänzenden Metropole Jerusalem angekommen ist. Wir versuchen ihn wieder zurückzulotsen und schwärmen vom süßen Jesuskind. Doch Fakt ist, dass Gott sich nicht im Schein seiner Heiligkeit sonnt, sondern die (gott-)verlassenen Orte zum Glänzen bringt.

Wird Gott jemals auftauchen? Wie konnte Gott uns vergessen? Wir warten ungeduldig. Die Erwartungen gehen schwanger mit neuen Möglichkeiten. Die Geschichte von Gott und den Menschen liest sich wie eine fortgesetzte Geschichte von Enttäuschungen, die beim Lesen gerade deshalb glücklich macht.

Ralf Döbbeling

Blick zurück: Keine Gewalt!

Drei Mitglieder unserer Gemeinde berichten, wie sie den 9. Oktober 2019 erlebt haben:

Der Stoffladen „Patch & Work“ von Grit Weigmann liegt in der Ludwig-Wucherer-Straße. Grit erzählt:

Kurz bevor ich diesen Text zu diesem unglaublichen Terrorakt schreibe, ist die Polizei mal wieder bei uns im Laden, mit der Bitte ein Plakat auszuhängen. Es geht darum, weitere Zeugen zu finden. Das Foto vom Täter und allein die Präsenz der Polizei lassen ein ungutes Gefühl aufsteigen. Ein Gefühl, das ich so noch nicht lange kenne. Ähnliche Nachrichten aus aller Welt lassen mich erschaudern, dringen aber nicht so tief wie im Nachklang des 9. Oktober 2019.

An dem Tag sitze ich in meinem Büro, sage gerade einen Termin für den nächsten Tag ab, ohne zu ahnen, dass die nächsten Tage sowieso anders als geplant verlaufen werden. Draußen fährt ein Müllauto. Ich höre Geräusche, die ich der nahen Baustelle zuordne. Vielleicht schmeißt jemand alte Ziegel in einen Container. Bis meine Mitarbeiterin aufgeregt ins Büro kommt. „Da draußen wird geschossen“. Schnell rennen wir nach vorne. Was ich da sehe, ist nicht begreifbar. Polizisten schießen aus der Deckung hinter einem Fahrzeug. Kein Filmdreh, die Szene ist echt.

Ich wusste bisher nicht, wie ich in so einer Situation reagieren würde. Zum Glück bleibe ich ruhig. Wir gehen alle schnell ins Büro, in den Raum, der am weitesten von den Schaufenstern entfernt ist. Das fühlt sich sicher an. Ich renne noch einmal schnell nach vorne, um abzuschließen. Eine Kundin ist mit uns noch im Laden. Meine syrische Mitarbeiterin trifft es emotional besonders hart. Ich kann nicht
ermessen, was in ihr vorgeht, aber ihr Körper zeigt es deutlich: Zittern, Tränen, sie bricht zusammen. Wir melden uns bei unseren Familien, sagen, dass es uns gut geht, warnen, hier in die Nähe zu kommen. Noch wissen wir gar nichts.

Bis zum Abend sind wir im Geschäft zusammen, an Arbeiten ist nicht zu denken, aber wir haben uns, die Gemeinschaft hilft. Wir reden viel, checken Nachrichten, kommunizieren mit unseren Familien. Nach der Entwarnung verlassen wir das Geschäft. Es ist spät geworden.

Was mir geholfen hat? Ich gehe zum Gedenkgottesdienst, an die Orte des Geschehens, zur Lichterkette. Singe leise mit vielen anderen Shalom chaverim, teilweise herrscht dichtes Gedränge,
aber alle sind ergriffen, friedlich, aufmerksam. Das ist genau das Gegenteil von dem, was der Täter wollte und ja, die Stimmung tröstet und sie tut so gut, aber ich weiß auch, sie wird nicht lange anhalten. Der Alltag geht weiter. Die kleinen alltäglichen Ärgernisse werden uns wieder einholen.

Ich denke sehr oft, es hätte noch viel schlimmer kommen können, aber das wird den beiden Opfern nicht gerecht. Daher finde ich die Worte unseres Landesbischofs sehr tröstlich und treffend:
„Die Tür hat gehalten – das ist das Wunder von Halle. Doch zwei Menschen mussten sterben – das ist die Wunde von Halle.“

Magdalena Hanke war zum Zeitpunkt des Attentats auf dem Weg zum Bahnhof.

Ich sitze in der Straßenbahn und bin auf dem Weg zum Bahnhof. Das erste Mal will ich nur mit meinem Kind und Zug meine Eltern besuchen fahren. Zu Hause war es schon etwas aufregend,
alle Dinge einzupacken, Baby anzuziehen und zur Straßenbahn zu gehen. In dem Moment riefen mich schon drei Freunde an. Die Anrufe nahm ich nicht entgegen, denn ich musste ja die Bahn
bekommen. In der Bahn rief mich dann mein Mann mehrfach an und ich ging endlich ans Telefon. Er erzählte mir, was sich im Paulusviertel ereignet hatte.

Die Ereignisse noch nicht ganz fassend, beobachtete ich in der Bahn mehrere Leute, die panisch versuchten Freunde und Verwandte zu erreichen oder zügig an der nächsten Haltestelle ausstiegen. Meine Entscheidung war, erst einmal zum Bahnhof zu fahren und zu sehen, wie die Dinge dort stehen. Der Bahnhof war gesperrt und es wartete schon eine große Menschentraube davor. In dem Moment des Stehenbleibens wird mir bewusst, was diese Ereignisse eigentlich heißen für unsere Stadt und die Menschen. Langsam werde ich nervös und merke, wie auch mich die Unsicherheit packt. Hier will ich nicht bleiben. Ich entscheide mich, zu einer Freundin zu fahren, die in der Nähe des Bahnhofs wohnt.

Mittlerweile trifft man nur noch hastig laufende Menschen, was mich auch schneller laufen lässt. Auch mein Kind spürt meine Unruhe. An diesem Tag sind wir nicht mehr zu meinen Eltern gefahren. Am
nächsten Tag habe ich ein komisches Gefühl, als ich mein Vorhaben wiederhole, diesmal erfolgreich.

Unser Vikar Jakob Haferland hielt am Sonntag nach dem 9. Oktober den Gottesdienst – war das einfach?

Nein, mir ist es überhaupt nicht leicht gefallen. Ehrlich gesagt, war es die wohl größte Herausforderung in meinem Vikariat, am Sonntag nach dem Anschlag den Gottesdienst zu halten. Die größte
Schwierigkeit bestand für mich darin, dass ich selbst noch völlig unter Schock stand, da ich ja genauso betroffen wie die meisten Menschen in Halle war. In dieser Situation für andere Worte zu
finden, fiel mir nicht leicht. Ich konnte deshalb gar nicht anders, als diese Fassungslosigkeit im Gottesdienst vor Gott zu bringen. Obwohl ich ihn ja selbst gehalten habe, hat mir der Gottesdienst
dennoch sehr geholfen das Geschehene zu verarbeiten.

Gottesdienste zwischen Weihnachten und Epiphanias

Foto: Iris Hinneburg

Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten in der Weihnachtszeit (in Bartholomäus, wenn nicht anders aufgeführt):

  • 24.12. 15 Uhr Krippenspiel – 16.30 Uhr Verkündigungsspiel – 18 Uhr Christvesper
  • 25.12. 10 Uhr Gottesdienst
  • 26.12. 10.30 Uhr Musikalischer regionaler Gottesdienst in Laurentius
  • 29.12. 10 Uhr Regionaler Gottesdienst in Bartholomäus
  • 31.12. 17 Uhr Abendmahlsgottesdienst
  • 01.01. 11 Uhr Regionaler Gottesdienst in Petrus
  • 05.01. 10 Uhr Regionaler Gottesdienst in Bartholomäus
  • 06.01. 10 Uhr Regionaler Gottesdienst in Laurentius mit Weihnachtsoratorium

Die Kindergottesdienste machen in dieser Zeit Pause.

Predigten

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